Aktualisiert 31.03.2007 19:31

Fluglotsenstreik sorgt für Chaos in Brasilien

Alle Flughäfen des Landes wurden geschlossen, sämtliche Starts abgesagt. Nach nächtlichen Krisengesprächen gab die Regierung Forderungen der Streikenden nach.

Die militärischen Fluglotsen protestierten mit ihrem Ausstand vor allem gegen Zwangsversetzungen. Sie nahmen ihre Arbeit am Samstag wieder auf.

Zehntausende Passagiere sassen während des Ausstands fest. Auch als die Flugzeuge wieder starteten, war die Lage weiter chaotisch. Viele Flüge waren verspätet oder mussten umgeleitet werden. In Brasilia stürmte eine Gruppe von Passagieren aus Protest die Startbahn. Der Fernsehsender Globo TV berichtete, dass Soldaten zu Hilfe gerufen wurden, um für Ordnung zu sorgen.

Von dem Streik betroffen waren alle 67 zivilen Flughäfen des Landes. Für die Flugsicherung ist in Brasilien die Luftwaffe zuständig. Zwar gebe es auch zivile Fluglotsen, allerdings nur wenige, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Jorge Botelho. Daher seien praktisch alle Flüge gestrichen worden.

Die Fluglotsen sahen in den Versetzungen eine Vergeltungsmassnahme für vorangegangene Protestaktionen. In den letzten Monaten gab es immer wieder Bummelstreiks, die für Chaos im Luftverkehr sorgten. Auslöser des Arbeitskonflikts war ein Flugzeugunglück am 29. September. Damals stiessen eine brasilianische Passagiermaschine und ein kleines Privatflugzeug in der Luft zusammen, 154 Menschen kamen ums Leben. (dapd)

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