Absturz im Iran: Flugschreiber der Tupolew geborgen
Aktualisiert

Absturz im IranFlugschreiber der Tupolew geborgen

Einen Tag nach dem Flugzeugabsturz im Iran sind heute zwei der drei Flugschreiber gefunden worden. Der iranische Chefermittler Ahmad Madschidi sagte im iranischen Rundfunk, eines der beiden Aufzeichnungsgeräte sei beschädigt.

Nach der dritten Black Box werde noch gesucht. Armenien gedachte unterdessen mit einem Staatstrauertag der 168 ums Leben gekommenen Insassen der Tupolew 154M der Caspian Airlines.

Das Flugzeug stürzte am Mittwoch 16 Minuten nach dem Start von Teheran nach Eriwan in ein Feld. Augenzeugen berichteten, sie hätten vor dem Absturz Flammen am Heck gesehen. Die Maschine sei gekreist, sagte ein Bauarbeiter, Ali Akbar Haschemi, der Nachrichtenagentur AP. «Dann sah ich, wie das Flugzeug im Sturzflug abstürzte. Beim Aufschlag gab es eine grosse Explosion. Der Boden zitterte wie bei einem Erdbeben.»

Tupolew soll Daten auswerten

Chefermittler Madschidi sagte, es seien der Flugdatenschreiber und das Stimmenaufzeichnungsgerät im Cockpit gefunden worden. Welche Black Box beschädigt ist, sagte er nicht. Die Geräte würden jetzt höchstwahrscheinlich dem Flugzeughersteller Tupolew zur Auswertung übergeben, meldete der iranische Rundfunk.

Die meisten Insassen des Fluges nach Eriwan waren Iraner, viele davon gehörten der armenischen Minderheit im Iran an. Auch elf Mitglieder der iranischen Judo-Jugendnationalmannschaft kamen ums Leben.

Viele Abstürze im Iran

Die iranische Luftfahrtindustrie wird seit Jahren von einer Absturzserie erschüttert, wofür Experten Geldmangel, unzureichende Wartung wegen fehlender Ersatzteile und ein seit 30 Jahren andauerndes US-Embargo verantwortlich machten. Wegen der amerikanischen Weigerung, Ersatzteile für Flugzeuge zu liefern, stellten iranische Fluggesellschaften auf russische Hersteller um. Für die noch von der Sowjetunion gelieferten Modelle gibt es inzwischen aber ebenfalls Engpässe bei den Ersatzteilen. (dapd)

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