Für die Sicherheit: Flugzeug stürzt in der Wüste ab - mit Absicht
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Für die SicherheitFlugzeug stürzt in der Wüste ab - mit Absicht

Viele Passagiere wären ums Leben gekommen, zum Glück waren nur Crashtest-Puppen und Kameras an Bord: Erstmals seit 1984 wurde wieder ein Flugzeug zu Forschungszwecken zum Absturz gebracht.

von
kri

Am vergangenen Sonntag in der Einöde der Sonora-Wüste, Mexiko: Eine Boeing 727 mit einer Kapazität von fast 200 Passagieren schlägt auf dem Boden auf und zerbricht in zwei Teile. Was wie eine Tragödie aussieht, ist in Wirklichkeit Teil ein sorgfältig geplantes Experiment: An Bord befinden sich weder Passagiere noch Piloten, sondern nur Crashtest-Puppen und dutzende Kameras. Dei «Landung» erfolgt ferngesteuert.

Das Experiment, das die Londoner TV-Produktionsfirma Dragonfly vier Jahre vorbereitet hat, soll Forschern Aufschluss über die Crash-Eigenschaften von Rumpf und Kabine sowie die Auswirkungen eines Absturzes auf den menschlichen Körper geben. Es ist das erste seiner Art seit fast 30 Jahren. 1984 hatten die Nasa und die US-Zivilluftfahrtbehörde FAA eine Boeing 720 in der kalifornischen Mojave-Wüste abstürzen lassen.

TV-Zuschauer müssen sich gedulden

«Fliegen war noch nie sicherer als heute», sagte Sanjay Singhal, Chef-Produzent der Doku, gegenüber dem britischen «Daily Mail». Aber mit dem Experiment wolle er dazu beitragen, dass es noch sicherer werde. Der organisatorische Aufwand war enorm: Vor Ort waren rund 300 Personen im Einsatz, darunter Piloten, Experten, Militär, Feuerwehr und Polizei.

Der britische Channel 4, der die Doku noch dieses Jahr ausstrahlen will, will laut eigenen Aussagen erst kurz vor dem Sendetermin Bilder des bahnbrechenden Experiments veröffentlichen. Amateur-Aufnahmen (siehe oben) vom Landeanflug und Absturz liefern immerhin einen Vorgeschmack.

Sonora-Wüste, Mexiko:

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