Flugzeugabsturz: Bewegender Abschied von Opfern
Aktualisiert

Flugzeugabsturz: Bewegender Abschied von Opfern

Mit einer bewegenden Trauerfeier haben die Angehörigen von den 148 Todesopfern des Flugzeugabsturzes in Ägypten Abschied genommen.

Am Ufer der Roten Meers legten Familienmitglieder weisse Rosen und Nelken an einem Gedenkstein aus Marmor nieder. An der ökumenischen Zeremonie nahmen der französische Aussenminister Dominique de Villepin und die Frau des ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak teil.

An Bord des französischen Militärschiffs «Somme» fuhren die Angehörigen anschliessend zum Unglücksort vor der Küste beim Badeort Scharm el Scheich, wo die Chartermaschine am Samstag ins Meer gestürzt war. Nach einer Schweigeminute und Gebeten warfen sie Blumen in die Wellen. Zum Abschluss wurden die Namen der Opfer verlesen.

«Diese Tragödie hat Frankreich tief getroffen», hiess es in einer Erklärung des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac, die vom sichtlich bewegten Aussenminister de Villepin während der Trauerfeier in einem offenen Zelt verlesen wurde. 134 Opfer waren nach Angaben aus Paris Franzosen, darunter eine Japanerin und vier Mitglieder einer amerikanischen Familie mit doppelter Staatsangehörigkeit.

Vor dem Zelt in einer Bucht bei Scharm el Scheich hingen die Flaggen Ägyptens, Frankreichs und Marokkos auf halbmast. De Villepin und Suzanne Mubarak, die Frau des ägyptischen Staatspräsidenten, legten Kränze nieder. Die von Trauermusik untermalte Gedenkfeier wurde von einem katholischen, einem protestantischen und einem muslimischen Geistlichen zelebriert. «Es ist furchtbar», rief ein Franzose, bevor er vor Kummer zusammenbrach. Die Familien versammelten sich dann an der Gedenkstätte, wo die Namen der Opfer in Marmor eingraviert worden waren.

Zur Bergung der beiden mittlerweile georteten Flugschreiber schickt Frankreich zwei weitere Tauchroboter ans Rote Meer. Das vom Spezialschiff «Ile de Batz» geführte Mini-U-Boot, das France Télécom normalerweise zur Reparatur von Unterwasserkabeln einsetzt, könnte nach Angaben der Pariser Regierung vom Mittwochabend möglicherweise schon am Donnerstag eintreffen.

Der Tauchroboter kann in Tiefen bis zu 1.100 Meter arbeiten, der Datenschreiber und der Stimmrecorder der Boeing 737 der ägyptischen Chartergesellschaft Flash Airlines wurden in etwa 800 Meter Tiefe geortet. Ein weiterer Roboter einer privaten Firma könnte in etwa einer Woche eintreffen. (dapd)

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