Flugzeugabsturz: Mazedonischer Präsident getötet
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Flugzeugabsturz: Mazedonischer Präsident getötet

Boris Trajkovski war zusammen mit Mitgliedern der mazedonischen Regierung auf dem Weg zu einer internationalen Investitionskonferenz in der bosnischen Stadt Mostar.

Das Flugzeug stürzte kurz nach 08.00 Uhr nahe dem Dorf Bitonja südlich von Sarajevo ab, wie die Regierung in Skopje mitteilte. Keiner der Insassen überlebte. Der 47-jährige Trajkovski war seit 1999 mazedonischer Präsident.

Die bosnische Regierung kündigte eine Untersuchung der Absturzursache an. In der Region herrschte am Donnerstagmorgen so schlechtes Wetter, dass die albanische Konferenzdelegation ihren Flug nach Mostar verschob, wie ein Sprecher der Regierung in Tirana mitteilte. Nebel und Regen hätten die Sicht verschlechtert.

Das mazedonische Kabinett wollte am Nachmittag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Mazedonien hatte am Donnerstag ursprünglich seinen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union einreichen wollen, sagte den Termin mit der irischen EU-Ratspräsidentschaft jedoch ab und rief seine Delegation aus Dublin zurück. Die irische Regierung verschob daraufhin den Termin.

Der irische Ministerpräsident Bertie Ahern würdigte Trajkovskis Bemühungen um einen EU-Beitritt. «Der heutige Tag hätte für ihn ein Festtag sein sollen», sagte Ahern. «Ich habe Ministerpräsident (Branko) Crvenkovski mein tiefes Beileid ausgesprochen, auch im Namen der Europäischen Union und Irlands.» Der EU-Aussenbeauftragte Javier Solana sprach von einem «sehr tragischen Tag für Mazedonien und alle seine Einwohner, aber auch für viele Menschen in Europa.» Der kroatische Präsident Stipe Mesic sagte in einer Rede vor dem EU-Parlament, er wolle gemeinsam mit anderen Politikern auf dem Balkan Trajkovskis Bemühungen um eine Stabilisierung der Staaten des ehemaligen Jugoslawiens fortsetzen.

In Mazedonien ist eine EU-Polizeieinheit im Einsatz, die zur Stabilisierung des von ethnischen Spannungen zwischen Albanern und Mazedoniern geprägten Balkanstaats beitragen soll. Im Jahr 2001 kam es zu einem Aufstand albanischer Rebellen, der das Land an den Rand eines Bürgerkriegs führte. Der Westen vermittelte im August 2001 ein Friedensabkommen, das zunächst von der NATO und später von der EU-Truppe «Concordia» überwacht wurde. Diese wurde im Dezember durch 200 EU-Polizisten ersetzt.

Trajkovski setzte sich in dem Konflikt zwischen Albanern und Mazedoniern für eine Stärkung der Rechte der albanischen Minderheit ein und wurde von beiden Seiten als neutrale Instanz anerkannt. Der in den USA ausgebildete Politiker begann seine politische Karriere in Mazedonien 1997 als stellvertretender Aussenminister, 1999 wurde er zum Präsidenten gewählt. Der 47-Jährige hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. (dapd)

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