22.03.2020 19:47

1940 abgestürzt

Flugzeugmotor lag fast 80 Jahre im Zugersee

Nach dem Absturz eines Aufklärungsflugzeugs 1940 wurde jetzt dessen Motor aus dem Zugersee geborgen. Später soll er im Verkehrshaus ausgestellt werden.

von
gwa
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Historischer Moment: 79 Jahre, zehn Monate und einen Tag war der Motor eines Flugzeugs der Schweizer Luftwaffe im Wasser.

Historischer Moment: 79 Jahre, zehn Monate und einen Tag war der Motor eines Flugzeugs der Schweizer Luftwaffe im Wasser.

Verkehrshaus der Schweiz
Um 8 Uhr am 19. Mai 1940 war das Aufklärungs- und Erdkampfflugzeug der Schweizer Flugwaffe vom Typ K+W C35 zu einem Grenzüberwachungsflug gestartet.

Um 8 Uhr am 19. Mai 1940 war das Aufklärungs- und Erdkampfflugzeug der Schweizer Flugwaffe vom Typ K+W C35 zu einem Grenzüberwachungsflug gestartet.

Verkehrshaus der Schweiz
Auf einer Höhe von rund 1000 m.ü.M. flog die Maschine am Rigi-Massiv vorbei. Bei Küssnacht tauchte es unter die Wolkendecke. In Immensee wurde es schliesslich aus noch immer ungeklärten Gründen auf einer Höhe von etwa 30 Metern gesehen.

Auf einer Höhe von rund 1000 m.ü.M. flog die Maschine am Rigi-Massiv vorbei. Bei Küssnacht tauchte es unter die Wolkendecke. In Immensee wurde es schliesslich aus noch immer ungeklärten Gründen auf einer Höhe von etwa 30 Metern gesehen.

Verkehrshaus der Schweiz

«Die Besatzung startete um etwa 8 Uhr zu einem Grenzüberwachungsflug in den Raum Konstanz-Sargans. Nach dem Start gewann das Flugzeug an Höhe und flog danach etwa auf 1000 m ü. M. am Rigi-Massiv vorbei, stieg dann aber bei Küssnacht unter die Wolkendecke hinunter.» So beschreibt Aviatikjournalist Peter Brotschi im Buch «Gebrochene Flügel» den Absturz eines Militärflugzeugs in den Zugersee.

«Bei Immensee wurde das Flugzeug aber aus nicht geklärten Gründen in etwa 30 Metern Höhe gesehen», schreibt Brotschi weiter. «Es flog dann in gleicher Höhe quer über den Zugersee, danach eine Zeit lang dem Zugersee entlang, um schliesslich in einer Linkskurve auf der Höhe von Murpfli auf den See hinauszufliegen, wobei das Flugzeug mit dem linken Flügel das Wasser berührte. Die C-35 tauchte sofort unter.»

Motor wird im Verkehrshaus ausgestellt

Den Unfall habe man darauf zurückgeführt, dass für den Piloten Jean de Praetere «über dem Wasser die Kriterien für Lage und Höhe verloren gingen.» Der Pilot und Beobachter Arthur Zulauf wurden aus dem Flugzeug geschleudert und «wahrscheinlich schon beim Aufprall aufs Wasser getötet».

Abgestürzt war das Aufklärungs- und Erdkampfflugzeug der Schweizer Flugwaffe vom Typ K+W C35 am 19. Mai 1940. Spezialisten der Firma Divework haben in Zusammenarbeit mit dem Verkehrshaus den Motor des Flugzeugs am vergangenen Freitag (20.03.2020) geborgen. Bald soll er im Verkehrshaus in der Halle Luftfahrt ausgestellt werden.

90 Flugzeuge im Einsatz

Das zweisitzige Mehrzweckflugzeug wurde in der Schweizer Luftwaffe in den 1930er- und 1940er-Jahren genutzt. Entwickelt wurde das Doppeldeckerflugzeug ab 1936 bei der Eidgenössischen Konstruktionswerkstätte K+W in Thun. «Die C-35 war ausgelegt für Aufklärung sowie Bombenwurf aus dem Horizontal- und Sturzflug», teilt das Verkehrshaus mit.

90 Flugzeuge des Typs wurden zwischen 1936 und 1942 gebaut. Als die ersten Flugzeuge 1937 in Dienst gestellt wurden, waren sie jedoch schon veraltet. Trotzdem standen sie bis 1954 im Einsatz und leisteten «trotzdem während der Kriegsjahre gute Dienste», heisst es weiter.

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