Schiri verprügelt: Flums zieht Ausländerteam zurück
Aktualisiert

Schiri verprügeltFlums zieht Ausländerteam zurück

Nach der Attacke des Spielers Betim S.* gegen den Schiedsrichter wurde die B-Mannschaft von Flums vom Verband vorübergehend suspendiert. Nun ist aber definitiv Schluss. Der FC selber zieht das Team aus dem Verkehr.

von
Felix Burch
So sah die zweite Mannschaft des FC Flums (K.F. Bashkimi) aus. Jetzt ist sie vom eigenen Verein zurückgezogen worden.

So sah die zweite Mannschaft des FC Flums (K.F. Bashkimi) aus. Jetzt ist sie vom eigenen Verein zurückgezogen worden.

Der Vorstand des FC Flums hat entschieden, dass die zweite Mannschaft per sofort aus dem Spielbetrieb zurückgezogen wird. Dies teilte der Klub am Mittwochmittag mit. Der Entscheid ist eine Reaktion auf die Prügel-Attacke vom vergangenen Sonntag, bei welchem der Schiedsrichter durch einen Spieler der B-Mannschaft des FC Flums (K.F. Bashkimi) und dessen Vater verletzt wurde. Alle Spieler von K.F. Bashkimi sind bis Ende Saison vom FC Flums suspendiert, der Prügelspieler wurde schon vorher von der Mannschaft ausgeschlossen.

Beim FC Flums ist zur Zeit niemand erreichbar. Wie es auf der Homepage heisst, haben die Verantwortlichen von K.F. Bashkimi den Entscheid zur Kenntnis genommen und akzeptiert. W.Y.*, Spieler des K.F. Bashkimi, kann den Rückzug der Mannschaft allerdings nicht verstehen. Die Attacken gegen den Schiedsrichter, der ganze Vorfall sei sicher falsch gewesen. «Dass jetzt aber die ganze Mannschaft wegen der Tat eines Einzelnen bestraft wird, das finde ich unfair, das ist eine Frechheit.» Zehn Jahre lang habe man mit K.F. Bashkimi etwas aufgebaut, jetzt sei alles kaputt. Und: «Ich weiss nicht, ob dasselbe geschehen wäre, wenn wir eine Schweizer Mannschaft wären», so W.Y. gegenüber 20 Minuten Online. Im K.F. Bashkimi spielen laut W.Y. hauptsächlich Albaner, aber auch Spanier, Bosnier und Schweizer.

Der Schläger schweigt, der Schiedsrichter kann nicht arbeiten

Betim S.*, der dem Schiedsrichter ins Gesicht schlug, wollte nichts zum Entscheid des FC Flums sagen. «Ich sage erst wieder etwas, wenn ich etwas zu sagen habe», so Betim S.

Beim Ostschweizerischen Fussballverband (OFV) sorgt man sich derweil um den Schiedsrichter. «Ich habe mit ihm telefoniert, am Montag ging er arbeiten, musste dann aber nach Hause», so OFV-Präsident Stephan Häuselmann. Der Schiedsrichter werde jetzt von einem Care Team des Verbandes betreut. Er hat Zivilklage gegen Betim S. und seinen Vater eingereicht; wegen Körperverletzung.

Der OSV hat seine Untersuchung gegen den Schläger abgeschlossen und einen Antrag dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) geschickt. Darin wird empfohlen, den Spieler für unbestimmte Zeit zu sperren. Der SFV will in den nächsten Tagen ein Urteil fällen. Beim OSV laufen derweil Untersuchungen gegen fehlbare Drittpersonen. Solche könnten mit Stadionverboten in der Ostschweiz belegt werden.

* Namen der Redaktion bekannt

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