Kanton Baselland: Fluss nach Ausbruch von Krebspest zu Sperrgebiet erklärt

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Kanton BasellandFluss nach Ausbruch von Krebspest zu Sperrgebiet erklärt

Die Lüssel wurde vom Kanton Baselland in mehreren Gemeinden zum Sperrgebiet erklärt worden, nachdem die Krebspest ausgebrochen ist.

von
Lukas Hausendorf
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Ein von der Krebspest befallener, verendeter Flusskrebs: In der Lüssel im Laufental wurde nach Ausbruch der Krankheit eine Sperrzone errichtet.

Ein von der Krebspest befallener, verendeter Flusskrebs: In der Lüssel im Laufental wurde nach Ausbruch der Krankheit eine Sperrzone errichtet.

Koordinationsstelle Flusskrebse Schweiz/ Peter Jean-Richard
Im gesperrten Gebiet sollen Hunde das Gewässer meiden und Kleider und Gerätschaften, die mit dem Wasser Kontakt hatten, müssen desinfiziert und danach getrocknet werden. Auch Fischen ist verboten.

Im gesperrten Gebiet sollen Hunde das Gewässer meiden und Kleider und Gerätschaften, die mit dem Wasser Kontakt hatten, müssen desinfiziert und danach getrocknet werden. Auch Fischen ist verboten.

Wikipedia/Gestumblindi
Die Lüssel verläuft von Lauwil über Brislach nach Zwingen und mündet dort in die Birs. 

Die Lüssel verläuft von Lauwil über Brislach nach Zwingen und mündet dort in die Birs. 

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Darum gehts

  • Die Lüssel im Grenzgebiet von Baselland und Solothurn wurde zum Sperrgebiet erklärt.

  • Im Fluss ist es zu einem Ausbruch der Krebspest gekommen.

  • Die Pilzerkrankung bedroht die einheimische Krebspopulation.

Hunde sollen das Gewässer meiden und Kleider und Gerätschaften, die mit dem Wasser Kontakt hatten, müssen desinfiziert und danach getrocknet werden. Auch Fischen ist verboten. Nach einem Ausbruch der Krebspest hat der Kanton Baselland den Flusslauf der Lüssel in mehreren Gemeinden zum Sperrgebiet erklärt. Dies teilte das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen am Montag mit. Betroffen sind die Gemeinden Lauwil, Brislach und Zwingen.

Im Kanton Solothurn seien Ende Mai in der Lüssel tote Dohlenkrebse gefunden worden. Untersuchungen hatten danach einen Befall mit der Krebspest bestätigt. Die Krebspest ist eine akut verlaufende Pilzerkrankung, die bei einheimischen Krebsen fast immer tödlich verläuft. Der Erreger ist ein Pilz, der sehr lange auf toten Krebsen überlebt und Sporen bildet, die im Wasser bis zu fünf Tage überleben. Für Menschen, Haustiere und Fische sei die Krankheit aber ungefährlich, betonen die Behörden.

Wie die Pest im vorliegenden Fall in die Lüssel kam, ist nicht klar. Sie könnte über kontaminiertes Wasser an Fischereiutensilien, Stiefeln oder Booten in neue Gewässer verschleppt worden sein. Auch nicht-einheimische Krebsarten sind eine häufige Ansteckungsquelle, da sie die Krebspest zwar tragen, im Gegensatz zu den einheimischen Krebsen aber nicht daran erkranken. Die einheimischen Bestände sind ohnehin in den vergangenen 50 Jahren schon stark zurückgegangen, weil ihr Lebensraum zunehmend verdrängt wurde.

Mit der Errichtung eines Sperrgebiets soll die Ausbreitung der Krebspest in andere Gewässer nun unterbunden werden. Tote Krebse im Sperrgebiet müssen dem Amt für Wald beider Basel gemeldet werden. Sofern sie nicht als Lebensmittel verwendet werden, müssen diese in einer bewilligten Tierkörpersammelstelle entsorgt werden.

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