Flutregionen: Ferien- Buchungen laufen wieder an
Aktualisiert

Flutregionen: Ferien- Buchungen laufen wieder an

Schweizer Urlauber buchen wieder Ferien in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebiete.

Für die meisten Destinationen sind laut einer AP-Umfrage bei den Reiseanbietern vom Montag wieder Angebote vorhanden. Mit einer längeren Krise rechnet niemand. Viele Sonnenhungrige weichen aber noch in die Karibik aus.

«Wir spüren nach einer Phase ohne Buchungen wieder ein grosses Kundeninteresse nach genauen Informationen über die Lage vor Ort», sagte der Geschäftsführer des Asienspezialisten Tourasia, Stephan Römer. Am besten laufen die Malediven. Die Anlagen der Schweizer Reiseveranstalter auf dem Atoll im Indischen Ozean sind zu gut 80 Prozent voll in Betrieb. «Die Buchungen auf die Malediven pendeln sich bereits langsam wieder auf dem Stand vor der Katastrophe ein», sagte Andrea Hemmi, Kommunikationschefin von Branchenleader Kuoni.

Laut übereinstimmenden Angaben ist die von der Flutwelle verschonte Ferieninsel Koh Samui im Südosten Thailands so gut gebucht, dass bereits Engpässe auftreten. «Allgemein ist die Reiselust nach Thailand aber zurzeit gedämpft», sagte Hemmi weiter. Hotelplan-Mediensprecher Hans-Peter Nehmer rechnet im Fall von Thailand mit einer raschen Erholung. Auf Phuket will Hotelplan die Vorjahreszahlen in einem halben Jahr wieder erreichen. Für das stark zerstörte Khao Lak und die Insel Koh Phi Phi sind die Prognosen der Reiseanbieter weniger optimistisch.

Reisen nach Sri Lanka werden zurzeit noch gar nicht angeboten oder die Unternehmen raten von einer Buchung ab. Nehmer rechnet nicht damit, dass vor Jahresende die Zahlen wieder die Werte vor der Flutkatastrophe erreichen.

Keine langfristig negativen Auswirkungen erwartet

«Wir haben wegen dem Seebeben keine grundsätzliche Verhaltensänderung bei den Kunden festgestellt», sagte Roland Schmid, Mediensprecher von Tui Suisse. Asien habe nach wie vor ein grosses touristisches Wachstumspotential und sei bei den Gästen sehr beliebt, heisst es unisono. Die Reiseanbieter erwarten, dass die grosse Flutwelle beim Tourismus keinen bleibenden Schaden hinterlassen wird. «Thailand könnte wegen der grossen Hilfsbereitschaft der Einheimischen für betroffene Touristen gar noch zusätzlich profitieren», sagte Hotelplan-Sprecher Nehmer.

Für Schmid spielt die gewisse Solidarität mit den Menschen vor Ort eine Rolle, deren Existenz von den ausländischen Gästen abhängt. Weiter führte er an, dass Naturereignisse schneller verarbeitet würden als politische Krisen.

Bei Kuoni wurden nach den verheerenden Ereignissen vom vergangenen 26. Dezember rund 1.000 Reisen umgebucht und ebenso viele annulliert. Hotelplan verzeichnete rund 1.300 Annullationen und knapp 1.300 Umbuchungen. Von den 500 Kunden, die bei Tui Suisse in den stark betroffenen Gebieten Ferien gebucht haben, buchten rund 300 um, die übrigen hätten ihre Ferien annulliert.

Vom Seebeben im Indischen Ozean profitieren können in erster Linie Destinationen in der Karibik. Ferienanlagen in der Dominikanischen Republik seien beispielsweise weit überdurchschnittlich mit sonnenhungrigen Schweizern gefüllt. Auch Mauritius nordwestlich von Madagaskar oder das näher am Katastrophengebiet gelegene Bali würden ersatzweise gebucht und profitierten.

(dapd)

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