FMH verschiebt Präsidentenwahl
Aktualisiert

FMH verschiebt Präsidentenwahl

Die Delegierten der Ärztevereinigung FMH haben am Donnerstagmorgen in Bern die Wahl eines neuen Präsidenten und Zentralvorstands auf den Juni verschoben.

Sie wollten die Präsidiumskandidaturen einer vertieften Prüfung unterziehen.

Eine knappe Mehrheit der 200 Delegierten in der Ärztekammer habe sich für die Verschiebung ausgesprochen, sagte FMH-Mediensprecher Reto Steiner am Mittag. Die Zeit seit dem «überraschenden» Rückzug des bisherigen Präsidenten Hans Heinrich Brunner sei zu kurz, um seine Nachfolge schon zu regeln.

Eine Minderheit habe argumentiert, der Verband brauche schnell eine starke Führung. Die vertiefte Evaluation sei aber vorgezogen worden. Steiner erklärte, neben der bereits angemeldeten Kandidatur des Waadtländer Nationalrates Yves Guisan (FDP) hätten sich andere Kandidaten gemeldet.

Übergangslösung unklar

Wie die Interimslösung für die Verbandsleitung bis zum Wahltermin aussehen soll, war am Mittag nach Steiners Worten unklar. Auch den genauen Wahltermin legten die Delegierten vorerst nicht fest. Vieles sollte sich am Nachmittag konkretisieren, sagte Steiner.

Der 60-jährige Spezialarzt Brunner war am Montag zum Vizedirektor des Bundesamtes für Gesundheit ernannt worden. Er übernimmt dort als Nachfolger des zu Novartis wechselnden Fritz Britt den Direktionsbereich Kranken- und Unfallversicherung. Brunner stand der Verbindung Schweizerischer Ärztinnen und Ärzte (FMH) zehn Jahre lang als Präsident vor.

Neben ihm muss die FMH drei weitere Vakanzen im derzeit elfköpfigen Zentralvorstand ausfüllen. Die anderen Wahlen in verschiedene Kommissionen nahm die Ärztekammer am Donnerstagmorgen normal vor. Die vierjährigen Amtszeiten der FMH-Gremien sind abgelaufen. (sda)

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