Fördert Männermangel an Schulen Gewalt?
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Fördert Männermangel an Schulen Gewalt?

Weil es an der Primarschule immer weniger männliche Lehrer gibt, suchen sich die Buben ihre Rollen-Vorbilder vermehrt in Gewaltspielen. Eine Kampagne wirbt nun für Männer im Lehrerberuf.

«Die Frauen sind keine schlechteren Lehrkräfte, aber die Kinder, vor allem die Buben, brauchen auch männliche Vorbilder», sagt Ernst Preisig, Rektor der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Ohne männliche Lehrer besteht laut Preisig die Gefahr, dass sich Buben ihre männlichen Vorbilder in einer virtuellen Welt suchen, so zum Beispiel in Computerspielen oder Filmen mit Gewaltszenen. «Solch gewalttätige Figuren sind für uns unerwünschte Vorbilder, weil ihr Verhalten womöglich nachgeahmt wird», so Preisig.

Der Männeranteil der Lehrer sinkt auf allen Stufen weiter. «Für den Primarschulstufe-Studiengang haben sich dieses Jahr fast 90 Prozent Frauen beworben», sagt Preisig. Und auch beim in diesem Jahr neu eingeführten Gymnasiasten-Studiengang überwiegt der Frauenanteil. Zusammen mit dem Netzwerk für Schulische Bubenarbeit NWSB in Zürich versucht die Pädagogische Hochschule Thurgau deshalb, das Interesse für den Lehrberuf bei männlichen Jugendlichen zu wecken. «Wir werden vermehrt Öffentlichkeitsarbeit leisten und Informationsanlässe durchführen», so Preisig.

Lukas Nef

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