Aktualisiert 27.05.2019 06:56

Palina Rojinski

«Follower benennen ihre Kinder nach mir»

Sie ist Insta-Star, Schauspielerin, DJ: Wir haben mit Palina Rojinksi über Social Media, das #Busengate und ihren neuen Podcast gesprochen.

von
lme

Palina Rojinski (34) ist ein echtes Multitalent – und hat eine beeindruckende Showbiz-Karriere hingelegt. Auch auf Social Media ist sie erfolgreich – mit über 1,4 Millionen Followern auf Instagram.

Am Filmfestival Cannes traf 20 Minuten die 34-Jährige zum Interview und sprach mit ihr über ihre Berufe, Follower und die blödeste Frage, die ihr je gestellt wurde.

Palina, was ist deine korrekte Berufsbezeichnung?

Ich bin Medienfrau und Unterhaltungsmaschine. Mein erstes Geld verdiente ich als DJ. Das mit Instagram hat sich nebenbei entwickelt. Als Social-Media-Star sehe ich mich aber definitiv nicht.

Warum nicht?

Auf Social Media herrschen ungeschriebene Gesetze. Zum Beispiel, dass man jeden Tag posten muss, am besten von morgens bis abends. Und man sollte ständig Storys machen. Mir ist das zu anstrengend. Wenn ich zwei Wochen keine Lust darauf habe, dann poste ich auch nichts. Diese Balance ist mir extrem wichtig.

Aber 1,4 Millionen Follower erwarten ja was von dir.

Alle erwarten was – die Eltern, die Lehrer, der Arbeitgeber. Diese Gedanken bauen so viel Druck auf, dass man gar nicht mehr frei agieren kann. Das Wichtigste ist doch, dass man von sich selber etwas erwartet.

In welchem deiner Berufe fühlst du dich am wohlsten?

In der Mischung aus allen Bereichen. Ich freue mich schon sehr auf den Sommer, da werde ich wieder einen Film mit Elyas M'Barek, Frederick Lau und Simon Verhoeven drehen. Ich werde bald wieder auflegen und TV-Shows wie «Yo! MTV Raps» machen. Das macht voll Spass.

Du bist dieses Jahr am Filmfestival Cannes Gast von Magnum. Das Werbe-Motto lautet: «Never Stop Playing». Wie passt das zu dir?

Sehr. Ich bin eine verspielte Person. Ich nehme das Leben nicht zu ernst. Wir sollten alle dem Kind in uns Platz geben. Das ist so wichtig! Einfach mal loslassen. Das ist wie eine Art Meditation.

Wo hört das Spielen auf und wo fängt der Ernst des Lebens an?

Auch ernsthaften Themen kann man spielerisch begegnen. Ich unterstütze zum Beispiel die Initiative Nobodys Doll, die sich für die Gleichberechtigung von Frauen im Showbusiness einsetzt. Wenn man sich mit solchen Themen positiv auseinandersetzt, dann erreicht man einfach mehr.

Du hast mit deinem Instagram-Post #Busengate ein Statement gegen Sexismus auf Social Media gemacht. Wie kams?

Wir brauchend dringend mehr Education was Social Media angeht und wie man sich auf den Plattformen verhält. Mein Tipp: Erst überlegen, dann posten. Das wollte ich damit zeigen.

Palinas Dekolleté-Prank. (Video: Wibbitz/20 Minuten)

Wie waren die Reaktionen?

Zum Glück bekomme ich auch sehr viele positive Comments. Es gibt sogar Follower, die ihre Kinder nach mir benennen. Erst heute habe ich eine Nachricht bekommen, in der stand: «Ich freu mich schon ganz doll auf meine kleine Palina, die in ein paar Monaten kommt.» Das finde ich süss. Was gibt es für eine grössere Ehre?

In deinem neuen Podcast «Podinski» wirst du zur Interviewerin und stellst Fragen. Warum noch ein Rollenwechsel?

Ich liebe es zuzuhören, bin ein neugieriger Mensch und mag es, neue Dinge über Leute zu erfahren. Darum war der Podcast ein grosser Wunsch von mir. Übrigens lange vor dem grossen Podcast-Boom.

Was ist das Beste an deinem Podcast?

Dass wir nicht gefilmt oder fotografiert werden. Und dass meine Gäste so unterschiedlich sind. Wir sitzen einfach zusammen, so wie ich es in meiner Küche mit Freunden tue, und plaudern über alle möglichen Dinge. Es gibt kaum Tabus – ausser der Gast möchte über ein Thema überhaupt nicht sprechen.

Worüber sprichst du nicht in der Öffentlichkeit?

Gefühlt über alles.

Über dein Privatleben liest man aber kaum was.

Stimmt, darüber rede ich nicht oft. Nur so viel: Ich hab ein schönes Privatleben und mir gehts gut. Mit dem Privatleben in der Öffentlichkeit ist es aber wie mit Dorf-Getratsche – da wird viel erzählt, was einfach nicht stimmt. Darauf habe ich keinen Bock.

Was ist die blödeste Frage, die dir immer wieder gestellt wird?

Wie es war aus Russland auszuwandern. Oder wen ich lieber mag – Joko oder Klaas.

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