Aktualisiert 12.12.2006 13:38

«Foltercamp»-Leiter wegen Betrugs angeklagt

Der Leiter des im letzten Frühling in die Schlagzeilen geratenen Jugendheims in Spanien wird nicht wegen Freiheitsberaubung, sondern wegen Betrugs angeklagt.

Die Zürcher Staatsanwältin Sabine Tobler will eine bedingte Gefängnisstrafe von zehn Monaten beantragen, wie sie auf Anfrage eine entsprechende Meldung im «Tages-Anzeiger» vom Dienstag bestätigte.

Gemäss der Anklage bezog der Jugendheim-Leiter unrechtmässig Fürsorgegelder von der Stadt Zürich. Während drei Jahren bezog er als Arbeitsloser Sozialhilfe. Gleichzeitig betreute er in Spanien Jugendliche und wurde von einer Time-Out-Organisation bezahlt. Den Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft auf rund 45 000 Franken.

Eine Anklage wegen Freiheitsberaubung will die Zürcher Staatsanwaltschaft nicht erheben. Entgegen ersten Mutmassungen und Medienberichten gab es offensichtlich keine Anhaltspunkte für Misshandlungen der Jugendlichen durch den Heimleiter. Zunächst hatten die Jugendlichen von Käfighaltung und Schlägen berichtet. Die Schilderungen erwiesen sich später als haltlos.

sda/voi

(sda)

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