Folterprozess: Rumsfeld soll als Zeuge aussagen
Aktualisiert

Folterprozess: Rumsfeld soll als Zeuge aussagen

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld soll nach dem Willen der Verteidiger als Zeuge in einem späteren Prozess um die Misshandlung von Kriegsgefangenen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib aussagen. Rumsfeld sei ebenso schuldig wie die Soldaten, die die Taten ausgeführt hatten.

Rumsfeld habe gewusst, was passieren würde, und er habe es befohlen, sagte Paul Bergrin, Anwalt von Sergeant Javal Davis, am Dienstag vor der Fortsetzung der Anhörung in dem Verfahren in Mannheim.

Auch der für die Geheimdienste zuständige Verteidigungs- Staatssekretär Stephen Cambone soll in den Zeugenstand treten. Die Anwälte werfen der US-Militärführung vor, die Folterungen angeordnet zu haben, um die Gefangenen für Verhöre gefügig zu machen. Die Behörden sprechen dagegen von Exzessen Einzelner.

Schuldbekenntnis

Mit Spannung wird erwartet, ob sich der Aufseher Ivan Frederick am Dienstag schuldig bekennt, Häftlinge missbraucht und genötigt zu haben. Er werde sich zu bestimmten Vorwürfen schuldig bekennen, hiess es in einer Stellungnahme, die Fredericks Familie vorab verbreitete. Ein weiterer Soldat war im Mai nach einem Geständnis zu einem Jahr Haft verurteilt worden.

Zum Auftakt der zweitägigen Anhörung hatten sich am Montag zwei andere Beschuldigte nicht näher geäussert. Sie beschuldigen bislang den US-Militärgeheimdienst, sie zu den Misshandlungen angespornt zu haben.

In Mannheim werden drei Männer und eine Frau verhört. Die Fotos der Peinigungen hatten im April weltweit Empörung ausgelöst.

Die zweitägige Anhörung war auf Bitten der Verteidiger von Bagdad nach Mannheim verlegt worden. Nach ihrem Wunsch sollen auch das weitere Vorverfahren und ein Prozess nicht in Irak stattfinden, weil den Soldaten dort wegen der Ressentiments ihrer Kameraden ein unfaires Verfahren drohe.

(sda)

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