Food-Marke will asiatisches Gericht verbessern und erntet Shitstorm
Congee wird oft zum Frühstück gegessen.

Congee wird oft zum Frühstück gegessen.

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«definitiv beleidigend»Food-Marke will asiatisches Gericht verbessern und erntet Shitstorm

Eine Amerikanerin behauptet, ein asiatisches Traditionsgericht «für den westlichen Gaumen modernisiert» zu haben, damit es «nicht mehr so fremd schmeckt». Der Shitstorm liess nicht lange auf sich warten.

von
Sonja Siegenthaler

Die US-Amerikanerin Karen Taylor verkauft mit Breakfast Cure vorgemischte Kits für Congeeeinen Reisbrei, der seit Jahrtausenden in ganz Asien serviert wird. Die meisten essen ihn als Frühstück, andere als Zwischenmahlzeit oder mit zusätzlichen Zutaten wie Fleisch oder Fisch als Hauptspeise. Dass Tylor nun auf den sozialen Medien kritisiert wird, liegt aber nicht daran, dass sie Congee-Mischungen verkauft, sondern dass sie behauptet hat, sie habe das Gericht verbessert.

«Für die westlichen Gaumen modernisiert»

Wie die selbsternannte Congee-Queen in einem Blogeintrag mit dem Titel «How I discovered the miracle of congee and improved it» (auf Deutsch: Wie ich das Wunder von Congee entdeckte und es verbesserte) schreibt, habe sie über 20 Jahre verschiedene Kombinationen ausprobiert, um die passenden zu finden, «die in unserer modernen Welt funktionieren».

Weiter: «Ich habe viel Zeit damit verbracht, sie für die westlichen Gaumen zu modernisiereneine Congee zu machen, die man essen und köstlich finden kann und die nicht fremd wirkt, aber alle medizinischen Heileigenschaften dieses alten Rezeptes liefert». Der Beitrag wurde mittlerweile überarbeitet.

Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten

Der Tweet, der die ganze Kontroverse in Gang gesetzt hat, stammt von User Casey Ho, der zu Screenshots des Instagram-Profils von Breakfast Cure schreibt: «Eine Gruppe von Kolonisatoren will sich also Congee kulturell aneignen. Grosser Gott.»

Doch bei weitem hatte nicht nur er Probleme mit der Art und Weise, wie Taylor das Essen durch ihre Interpretation als «verbessert» bezeichnete: Weitere Userinnen und User tun ihren Unmut auf Twitter und Instagram kund. Viele empfinden die Äusserung als abschätzig gegenüber einem Gericht, das in ganz Asien ein traditionelles Gericht ist.

Taylor wurde auch der kulturellen Aneignung bezichtigt, so etwa von Jenn Fang, einer asiatisch-amerikanischen Bloggerin: «Es ist definitiv beleidigend, wenn jemand versucht, Congee neu zu interpretieren, indem er die traditionelle Version als ekelhaft darstellt und behauptet, dass seine Neuinterpretationen es retten kann.» Congee sei zudem mehr als nur gekochter Reis.

Breakfast Culture hat mittlerweile den Titel und Inhalt des Werbebeitrags geändert und sich mit einem Tweet entschuldigt. «Wir haben die asiatische Community zu wenig unterstützt und respektiert, das tut uns sehr leid.» Man werde sich zum Thema weiterbilden und alles dafür geben, ein besserer Supporter der Menschen aus dem asiatischen und südpazifischen Raum zu werden.

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