USA tiefgefroren: Football-Fans müssen Bier grillieren
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USA tiefgefrorenFootball-Fans müssen Bier grillieren

In den USA macht bittere Kälte den Einwohnern zu schaffen. Ärzte warnen vor Erfrierungen binnen Minuten. Football-Fans erstarrt im Stadion das Bier in Kürze zu Eis.

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bat

Wer sich derzeit im Norden der USA ein Football-Spiel im Stadion anschauen will, der packt sein Bier besser in eine Thermoskanne. Denn bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad friert das Bier in Kürze ein. Manche der Fans haben sich deshalb etwas ganz Besonderes ausgedacht. Zum Auftauen legten sie die gefrorenen Bierflaschen kurzerhand auf den Grill.

Kein Wunder, müssen die Fans erfinderisch sein: Experten rechnen mit den kältesten Football-Games in der Geschichte der National Football League NFL. Das bisher eisigste Spiel fand in Green Bay statt. Am 31. Dezember 1967 empfingen die Packers zum sogenannten «Ice Bowl» die Dallas Cowboys bei minus 25 Grad.

Ärzte warnen vor Highheels

Doch die Kälte setzt nicht nur dem Gerstensaft zu. Ärzte warnen, dass die tiefen Temperaturen in Verbindung mit dem eisigen Wind innerhalb weniger Minuten zu Erfrierungen führen kann. «Die Menschen müssen sich ihren Kopf und ihr Gesicht unbedingt schützen», sagte Dr. Brian Mahoney, medizinischer Leiter der Notfallaufnahme in Minneapolis zur Nachrichtenagentur Reuters. Doch auch auf das richtige Schuhwerk sollen die Bewohner achten. «Highheels, bei denen die Zehen herausschauen, sind nicht zu empfehlen. Auch hier drohen Erfrierungen», so der Doktor. Solche Warnungen erinnern an den Film «The Day After Tomorrow», in dem extreme Kälte innerhalb von Sekunden zum Tod führt (siehe Video unten).

Vermisster wird dank Kälte gefunden

Von der Kälte besonders betroffen sind zahlreiche Obdachlose. In New York kam es immerhin zum einem Happy End. Der 20-jährige Nicholas Simmons verschwand an Neujahr spurlos aus seinem Elternhaus. Als ein Fotograf der Fotoagentur AP Symbol-Bilder von Obdachlosen schoss, die in New York der Kälte im Freien trotzen, wurde auch Simmons abgebildet.

Seine Eltern erkannten den Ausreisser in der Zeitung und meldeten sich bei der Polizei. Simmons wurde ins Spital gebracht, wo bereits seine Eltern auf ihn warteten. «Es ist ein Wunder», sagte Simmons Mutter zur «Washington Post».

Mann baut Auto zu Generator um

Auch im kanadischen Thornhill in Ontario setzt die Kälte den Menschen zu - und auch der Elektrik. Dass Not erfinderisch macht, bewies der ehemalige Air-Force-Mechaniker Bob Osemlak. Als am 21. Dezember in seinem Haus der Strom ausfiel, nutzte er kurzerhand sein Hybrid-Auto der Marke Toyota Prius zu einem Stromgenerator um. «Ich war über 50 Jahre lang ein Air-Force-Mechaniker und habe viel an Autos herumgeschraubt», so Osemlak zum kanadischen «The Star».

Mit dem gewonnenen Strom aus dem Auto betrieb er unter anderem seinen Fernseher, den Kühlschrank oder die Lampen im Wohnzimmer. Gemäss Osemlak reicht das Benzin für eine ziemlich lange Zeit. Trotzdem empfiehlt er niemandem, es ihm gleichzutun. Ohne Erfahrung sei so ein Umbau ziemlich gefährlich.

Kältewelle beeinträchtigt öffentliches Leben

In den USA von der Kälte ganz besonders betroffen ist der Bundesstaat Minnesota. Dort blieben sämtliche Schulen am Montag geschlossen, wie Gouverneur Mark Dayton erklärte.

Die Kinder sollten «vor den gefährlich kalten Temperaturen geschützt werden». Nach Angaben der Wetterdienste könnte die Temperatur am Montag in Minnesota auf minus 54 Grad Celsius sinken. In anderen Teilen der USA könnte die Temperatur «gefühlte minus 48 Grad» erreichen.

Bis Dienstag könnten insgesamt bis zu 70 Kälterekorde gebrochen werden, berichtete der Weather Channel am Sonntag auf seiner Internetseite. Durch den Kälteeinbruch sind in den USA seit Jahresbeginn schon mehr als ein Dutzend Menschen gestorben.

4200 Flüge gestrichen

Der Schneesturm «Hercules» mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 105 Stundenkilometern hatte den Nordosten bereits am Freitag teilweise lahmgelegt. An der Ostküste fielen stellenweise bis zu 62 Zentimeter Neuschnee. Allein im Bundesstaat New York wurden 600 Verkehrsunfälle registriert.

Mehr als 4200 Flüge wurden gestrichen, tausende weitere waren verspätet. In New York und New Jersey wurde der Notstand ausgerufen.

Football-Fans räumen das Stadion von Schnee und Eis frei:

(Quelle: Youtube)

So stellt sich Hollywood eine extreme Kältewelle im Film «The Day After Tomorrow» vor:

(Quelle: Youtube) (bat/sda)

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