Aktualisiert 05.02.2017 19:47

Pro TagFootball-Stars hauen über 6000 Kilo-Kalorien rein

Wenn heute in der Superbowl 51 die Football-Spieler aufeinanderprallen, vertilgen die Zuschauer Unmengen Kilo-Kalorien. Dasselbe machen die Footballer zuvor.

von
hua
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Ja, natürlich verputzen die Football-Spieler Unmengen von Kalorien. Sie dürfen aber auch nicht alles essen, was sie wollen. Hier futtern Tom Brady, Steve Gregory und Vince Wilfork (v.l.) nach dem 49:19-Sieg ihrer New England Patriots gegen die New York Jets Truthahn an Thanksgiving 2012. Es folgen die verschiedenen Spielpositionen und wie viele Kalorien die Spieler täglich vertilgen.

Ja, natürlich verputzen die Football-Spieler Unmengen von Kalorien. Sie dürfen aber auch nicht alles essen, was sie wollen. Hier futtern Tom Brady, Steve Gregory und Vince Wilfork (v.l.) nach dem 49:19-Sieg ihrer New England Patriots gegen die New York Jets Truthahn an Thanksgiving 2012. Es folgen die verschiedenen Spielpositionen und wie viele Kalorien die Spieler täglich vertilgen.

Boston Globe
meinefitness.net
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Unglaubliche 6500 Kilo-Kalorien soll ein Defensive Lineman – ja, das sind die grossen Brocken im American Football – an einem Tag vertilgen. Im Vergleich verputzt ein 80 kg schwerer Mann täglich rund 1900 Kilo-Kalorien. Die Football-Riesen essen also mehr als dreimal so viel pro Tag wie ein «Normalsterblicher». Kein Wunder, müssen doch auch die schwersten Spieler auf dem Feld ihre Leistung bringen und speziell ihre ebenfalls massiven Gegenspieler blocken können – da heisst es standfest bleiben.

Das Onlineportal meinefitness.net hat mit Spezialisten geredet und herausgefiltert, welcher Spieler auf welcher Position wie viele Kilo-Kalorien täglich zu sich nimmt. «Es ist richtig, dass verschiedene Positionen verschiedene körperliche Anforderungen mit sich bringen, zumindest in Bezug auf die Körpergrösse oder das Gewicht», sagt Simon Gavanda, Defensive End bei Universe Frankfurt in der GFL und Doktorand der Sportwissenschaften.

Kein Junk Food für die Spieler

«Wie hoch der Energiebedarf eines Footballers ist, hängt von sehr vielen Faktoren ab, nicht nur von seiner Position auf dem Feld, sondern auch von der individuellen physischen Charakteristik, dem Alter und dem Geschlecht», so Jordan Mazur, Director of Sports Nutrition an der University of California, Berkeley. Was bei allen Footballern vorhanden sein muss, ist laut Gavanda eine hohe Maximal- und Schnellkraft, die Fähigkeit wiederholt maximale Sprints mit möglichst wenig Ermüdung durchzuführen, sowie Koordination und Beweglichkeit.

Die Profis müssen bei der Menge an Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten darauf achten, über welche Lebensmittel sie diese aufnehmen. Sich endlos Chicken Wings, Pizza, Popcorn und Bier reinzuhauen, ist selbst für die Linemen keine Option: «Die Athleten werden dazu ermutigt den Grossteil der Kilo-Kalorien über gesunde Vollwertkost aufzunehmen. Kohlenhydrate werden unter anderem von Früchten, braunem Reis, Kartoffeln, Gemüse und Haferflocken bereitgestellt. Nüsse, Samen, Avocados und Olivenöl dienen als Fettlieferant, während mageres Rindfleisch, Geflügel, Fisch, Milch und Eier wichtige Eiweissräger sind», sagt Mazur.

Ergänzungsmittel, aber keine Steroide

Zur bereits massiven Nahrungszufuhr kommen – neben dem Training natürlich – noch Nahrungsergänzungsmittel hinzu. Mazur glaubt, dass diese den Erholungsprozess während der Saison verstärken können: «Diese können beispielsweise Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D oder sogenanntes ‹functional food› wie Sauerkirschsaft-Konzentrat sein, welches eine grosse Menge an Anthocyanin enthält, das Entzündungen hemmt und oxidativen Stress reduziert. Das darüber hinaus enthaltene Melatonin kann dabei helfen, Schlafgewohnheiten zu regulieren.»

Für Gavanda kommt es bei der ernährungsphysiologischen Regeneration hauptsächlich auf das Auffüllen des Flüssigkeitshaushaltes an: «Nach einem Spiel ist es wichtig, so schnell wie möglich den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen, zum Beispiel mit einem isotonischen Sportgetränk mit Mineralien. Dazu bietet es sich an, Proteine und Kohlenhydrate möglichst früh zuzuführen, beispielsweise in Form eines Shakes. Auf Alkohol sollte man grundsätzlich verzichten.»

Doch auch für den Sportwissenschaftler ist klar, dass wenn man mit Nahrungsergänzungsmittel arbeitet, Steroide nicht weit entfernt sind. Das ist ein Problem: «Es gibt Hinweise, dass bereits in der High School mit Steroiden gearbeitet wird. Offiziell ist es selbstverständlich verboten und es finden Kontrollen statt, auch wenn die Durchführung dieser teilweise fragwürdig ist. So finden beispielsweise keine Bluttests statt.»

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