Sportart bleibt auf der Strecke - Footballer sind empört – «ich denke, die haben uns einfach vergessen»
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Sportart bleibt auf der StreckeFootballer sind empört – «ich denke, die haben uns einfach vergessen»

Mitte Juni sollte die American Football Liga in der Schweiz starten. Die neusten Lockerungen verhindern jedoch einen Spielbetrieb, was bei den Verantwortlichen auf Unverständnis stösst.

von
Sven Forster
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American Football bleibt in der Schweiz derzeit auf der Strecke. 

American Football bleibt in der Schweiz derzeit auf der Strecke.

Basel Gladiators
Trotz der neusten Lockerungen ist kein Spielbetrieb möglich. 

Trotz der neusten Lockerungen ist kein Spielbetrieb möglich.

Tameda
Für den Coach der Basel Gladiators unverständlich. 

Für den Coach der Basel Gladiators unverständlich.

Basel Gladiators

Darum gehts

  • American Football kann derzeit in der Schweiz nicht gespielt werden.

  • Die Kader sind zu gross.

  • Nun hofft man bei der Liga auf eine Spezialgenehmigung.

Vergangenen Mittwoch gab der Bundesrat die Corona-Lockerungen ab 1. Juni bekannt. Besonders die Schweizer Sportwelt atmete auf, da ab Juni auch wieder Wettkämpfe mit bis zu 50 Personen durchgeführt werden können.

Nicht alle Sportlerinnen und Sportler dürfen ihrem Hobby allerdings trotz der neuen Regelungen nachgehen. Ein besonderes Problem: Die American Footballer in der Schweiz. Ein Kader besteht dabei aus ungefähr 40-60 Personen. Bei einem Spiel würden also rund 100 Personen aufeinander treffen – dafür ist kein Platz in der neuen Verordnung des Bundesrats.

Vor jedem Training ein Corona-Test

Die Saison sollte am 19. Juni starten. Dies steht nun auf der Kippe. Für Dwayne Woods, der Headcoach der Gladiators Basel, unverständlich. «Ich denke, die haben uns einfach vergessen. Wir dürfen nicht, aber alle anderen Sportarten finden wieder statt.» Football gilt zwar als Kontaktsport, aber für den US-Amerikaner ist das auch nicht unbedingt der Fall. «Vielleicht zehn Prozent der Jungs haben über kurze Sekunden Kontakt mit Spielern. Der Rest versucht den Körperkontakt ja zu vermeiden.»

Aktuell trainieren die Gladiators Basel in 15er Gruppen jeweils an zwei Tagen. Woods: «Wir machen alle vor dem Training Covid-Tests, um uns zu schützen.» Immerhin: Ab Juni dürfen die Spieler wieder in einem Team trainieren. Besonders wichtig für die Moral des Teams wäre aber der Spielbetrieb. «Es ist ein Wunder sind die Spieler überhaupt noch dabei. Sie sind derzeit sehr enttäuscht», so der Coach.

«Stürzen von Hoffnung zu Hoffnung»

Woods hofft nun auf eine Sonderbewilligung für den Ligabetrieb in der höchsten Football-Divison. Dieselbe Hoffnung hat Verbands-Präsident Claudio Spescha: «Wir haben jetzt den Notfallplan. Wir versuchen uns als semi-professionelle Liga anerkennen zu lassen», sagt er zu 20 Minuten.

Auch Spescha versteht nicht, wie sie nicht berücksichtigt werden konnten. Wir hatten immer Kontakt mit Swiss Olympic, aber auch den Kantonen. «Ich kann mir nicht erklären, wieso es nicht aufgenommen wurde im Vernehmlassungsprozess. Wir stürzen derzeit von Hoffnung zu Hoffnung». Sollte die Anerkennung als semi-professionelle Liga nicht funktionieren, bleibt Spescha nur eine Lösung: «Man müsste bei den jeweiligen Kantonen eine Spezial-Genehmigung anfordern, was nicht das Ziel sei.»

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