Aktualisiert 22.04.2018 19:07

Metallträger auf GleisenForensiker suchen auf den Metallträgern nach DNA

In Domat/Ems haben Unbekannte Metallträger auf die Gleise gelegt. Die RhB sind schockiert, die Polizei sucht nun nach den Urhebern.

von
lad/hal
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Zwei der Metallträger wurden von Unbekannten...

Zwei der Metallträger wurden von Unbekannten...

Kantonspolizei Graubünden
... auf den Gleisen in Domat/Ems deponiert.

... auf den Gleisen in Domat/Ems deponiert.

Kantonspolizei Graubünden
Wer sie auf den Gleise deponiert hatte, ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen.

Wer sie auf den Gleise deponiert hatte, ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen.

Kantonspolizei Graubünden

Zwei Meter lang und fünf Zentimeter dick sind die Metallträger, die Unbekannte in Domat/Ems auf die Gleise legten, wie die Kantonspolizei Graubünden am Sonntagmorgen mitteilte.

Ein Zug, der Richtung Thusis unterwegs war, fuhr am Freitagabend um 23.25 Uhr auf sie auf. Im Zug befanden sich rund ein Dutzend Personen. «Die Metallträger wurden durch den Aufprall weggeschleudert», heisst es in der Polizeimeldung weiter. Es sei ein grosses Glück, dass der Zug nicht entgleiste und niemand verletzt wurde.

«Der Lokführer hat sofort seinen Kollegen gewarnt»

Yvonne Dünser, Sprecherin der Rhätischen Bahn RhB, sagt auf auf Anfrage: «Der Lokführer erkannte im Dunkeln etwas auf dem Gleis und bremste ab, konnte aber nicht mehr verhindern, dass er mit dem Zug die Metallteile überfuhr.» Diese seien zur Seite geschleudert worden und teils auf dem Gleis liegen geblieben. «Die Fahrgäste dürften einen Ruck wahrgenommen haben», so Dünser. Rückmeldungen seien bei der RhB aber keine eingegangen.

«Der Lokführer informierte sofort seinen Kollegen im entgegenkommenden Zug über den Vorfall», so Dünser weiter. Dieser habe an der betreffenden Stelle angehalten und die Metallteile von den Gleisen entfernt. Beide Züge erhielten durch den Vorfall fünf Minuten Verspätung. Am Zug, der die Metallteile überfuhr, sowie am Gleis entstand kein Sachschaden.

Wer die Metallteile auf den Gleise deponiert hatte, ist Gegenstand der Ermittlungen. Bei der RhB heisst es: «Ob Nachtbubenstreich oder böswillige Absicht – so oder so ist es ein gefährliches und verantwortungsloses Verhalten, das wir verurteilen und nicht nachvollziehen können.»

«Das ist Gefährdung von Leib und Leben»

Dass jemand mit einer bösen Absicht dahinter stecke, kann die Polizei nicht ausschliessen: «Wir ermitteln in alle Richtungen», so Kapo-Sprecherin Anita Senti auf Anfrage gegenüber 20 Minuten. «Wenn es ein Bubenstreich gewesen ist, dann ein sehr übler. Die Folgen können wahnsinnig gefährlich sein», sagt Senti. Die Metallteile hätten wegfliegen und der Zug entgleisen können: «So oder so ist das Gefährdung von Leib und Leben.» Falls die Unbekannten erwischt werden, würden sie möglicherweise gemäss Artikel 238 Strafgesetzbuchs betreffend Störung des Eisenbahnverkehrs bestraft. Demnach droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren (siehe Box).

Spurensicherung vor Ort

Die Spurensicherung war laut Senti bereits vor Ort: «Die Techniker nahmen Fingerabdrücke und DNA-Spuren, so dass diese mit der Datenbank abgeglichen werden können.» Die Polizei sucht weiterhin Zeugen.

Weder Senti noch Dünser können sich daran erinnern, dass es in den letzten fünf bis sechs Jahren einen ähnlichen Fall gab. Dünser sagt aber: «Wir sind einfach froh, das nichts Schlimmes passiert ist.»

Artikel 238 Strafgesetzbuch: Störung des Eisenbahnverkehrs

Wer vorsätzlich den Eisenbahnverkehr hindert, stört oder gefährdet und dadurch wissentlich Leib und Leben von Menschen oder fremdes Eigentum in Gefahr bringt, namentlich die Gefahr einer Entgleisung oder eines Zusammenstosses herbeiführt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

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