Umweltschutz: Formel-1-Star Vettel soll sich nach Präsidenten-Beleidigung entschuldigen

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UmweltschutzFormel-1-Star Vettel soll sich nach Präsidenten-Beleidigung entschuldigen

Sebastian Vettel nimmt kein Blatt vor den Mund. Das hat der 35-jährige Deutsche auch in Italien nicht getan, was nun Konsequenzen nach sich zieht. 

So verkündete Vettel sein Karriereende nach dieser Saison.

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Darum gehts

Der Formel-1-Pilot Sebastian Vettel ist dafür bekannt, dass er sich zu Missständen öffentlich äussert. So tat er das auch nach dem GP Italien in Monza vom Sonntag. Dem Deutschen platzte nach dem Rennen, das er in seinem Aston Martin nicht beenden konnte, der Kragen. Mit Blick auf die Flugshow vor dem Start des Rennklassikers teilte Vettel, der sich zuletzt stets wortgewaltig für den Umweltschutz einsetzte, auch gegen den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella aus.

Denn während der italienischen Hymne flog die weltbekannte «Frecce Tricolori», die italienische Kunstflug-Staffel, über die Strecke in der Nähe Mailands. Vettel stiess dies sauer auf. Und weil der vierfache Weltmeister einst für Ferrari fuhr, liessen seine Worte in Italien die Wogen hochgehen.

«Egokraulereien sein lassen»

Eigentlich möchte auch die Formel 1 vor dem Hintergrund des Klimawandels derartige Flugvorführungen vor Rennen einschränken. Nun habe allerdings Staatspräsident Mattarella auf diesen Überflug bestanden. «Ich hoffe, sie hören mit diesen Überflügen endlich auf», meinte Vettel angefressen bei Sky. Er wurde noch deutlicher: «Ich habe gehört, der Präsident hat darauf bestanden. Der ist ungefähr 100 Jahre alt. Da fällt es ihm wahrscheinlich schwer, solche Egokraulereien sein zu lassen», polterte Vettel in Richtung Mattarella, der 81 Jahre alt ist. «Mir scheint, dass die Formel 1 sofort einknickt, wenn der Präsident etwas will. Trotz aller Banden am Streckenrand, die behaupten, dass wir uns dafür einsetzen, die Welt besser zu machen», schoss der 35-Jährige hinterher.

Die Antwort aus Italien liess nicht lange auf sich warten. So schlug Geronimo La Russa, der Präsident des Mailänder Automobilclubs, gegenüber der «Gazzetta dello Sport» zurück, verlangte vom Deutschen eine Entschuldigung. «Vettels Worte sind stillos, für unseren Staatspräsidenten beleidigend und für die gesamte Republik obendrein. Wir haben uns sehr gefreut, dass Mattarella zu Ehren von 100 Jahren Monza zur Strecke gekommen ist. Die Flugstaffel ist zum ersten Mal mit 25 Prozent Bio-Anteil im Kraftstoff geflogen», erklärte der 42-Jährige.

La Russa richtete Vettel aus: «Man hat mir beigebracht, als Gast in einem anderen Land hört man dem Staatspräsidenten zu und verzichtet auf Kommentare. Der Überflug der ‹Frecce Tricolori› ist Teil unseres Nationalstolzes. Es tut mir leid, dass so ein grosser Champion, der auch in Monza gewonnen hat, mit so einem unnötigen persönlichen Angriff derart ausrutscht. Ich finde, er sollte sich bei Präsident Mattarella und allen Italienern entschuldigen.»

Bisher gab es vom Deutschen, der seine Karriere nach dieser Saison beenden wird, noch keine Stellungnahme.

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(heute.at/hua)

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