Ende einer Ära: Formel-1-Zirkus steht vor Verkauf an UPC-Besitzer
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Ende einer ÄraFormel-1-Zirkus steht vor Verkauf an UPC-Besitzer

In der Königsklasse des Motorsports bahnt sich ein Besitzerwechsel an. Ein Deal von 8,5 Milliarden Dollar soll schon am Dienstag abgeschlossen werden.

von
sda/ak
Er wird der neue Besitzer: Milliardär John Malone.

Er wird der neue Besitzer: Milliardär John Malone.

Keystone/Archivbild

Formel-1-Direktor Bernie Ecclestone, der in sieben Wochen 86 Jahre alt wird, steht vor einem Verkauf seines Zirkus. Wie das Fachmagazin «auto, motor und sport» in seiner Online-Ausgabe schreibt, soll John Maloe des amerikanischen Medien- und Unterhaltungsunternehmens «Liberty Media» neuer Besitzer werden.

Der US-Milliardär kontrolliert über seine Firma unter anderem UPC Cablecom in der Schweiz. Das Unternehmen soll zu einem späteren Zeitpunkt offenbar an die Börse gebracht werden, wie aus dem Artikel hervorgeht. Ecclestone hat den Bericht bestätigt, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Der Verkaufspreis soll 8,5 Milliarden Dollar betragen und die erste von zwei Raten am Dienstag überwiesen werden. Ecclestone, der am Rande des GP von Italien in Monza die Verhandlungen gegenüber «auto, motor und sport» bestätigte, ist Geschäftsführer der Formula One Group CVC.

Ecclestone als Berater

Die CVC ist mit 35 Prozent Hauptaktionär und besitzt das alleinige Stimmrecht. Ecclestone selber hält 5,3 Prozent der Aktien und soll in einer Übergangsphase noch als Berater tätig bleiben. Haupteinnahmequelle der möglichen neuen Besitzer mit Sitz in Colorado sollen nach US-Vorbild die Bewegtbildrechte werden, längerfristig ist der Gang an die Börse geplant.

Der 1,59 Meter kleine Ecclestone hat die Formel 1 während seiner mehr als drei Jahrzehnte dauernden Regentschaft zum weltweit drittgrössten Sportereignis nach Fussball-WM und Olympia gemacht. Unter dem einstigen Rennfahrer und Teammanager wurde die Serie lukrativer und professioneller, verlor aber auch einen erheblichen Teil ihrer Faszination und Romantik. Die Rennen in der Golfregion (Bahrain, Abu Dhabi) oder in Asien (Singapur, China, Indien) belegen ebenfalls, dass sich der Grand-Prix-Zirkus längst mehr um Geld als um seine eigenen Traditionen kümmert.

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