Mysteriöses Tier: Forscher auf «Pokémon-Jagd» in Afrika
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Mysteriöses TierForscher auf «Pokémon-Jagd» in Afrika

Auf der Insel Bioko fahnden US-Wissenschaftler nach dem «ultimativen Pokémon» – einem seltenen Nager, der noch nie lebendig gefangen wurde.

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Es ist kein echtes Pokémon, das US-Forscher in Afrika suchen, doch verdient hätte das Tier den Namen allemal: Der Dornschwanzbilch (Zenkerella insignis) ist nämlich so selten, dass ihn noch nie ein Wissenschaftler lebendig gefangen hat. Entsprechend gering ist der bisherige Kenntnisstand. (Symbolbild)

Es ist kein echtes Pokémon, das US-Forscher in Afrika suchen, doch verdient hätte das Tier den Namen allemal: Der Dornschwanzbilch (Zenkerella insignis) ist nämlich so selten, dass ihn noch nie ein Wissenschaftler lebendig gefangen hat. Entsprechend gering ist der bisherige Kenntnisstand. (Symbolbild)

/Anadolu Agency
Doch jetzt sind drei unversehrte tote Exemplare entdeckt worden. Damit konnte erstmals ein DNA-Abstrich gemacht werden, der bereits zu ersten neuen Erkenntnissen geführt hat.

Doch jetzt sind drei unversehrte tote Exemplare entdeckt worden. Damit konnte erstmals ein DNA-Abstrich gemacht werden, der bereits zu ersten neuen Erkenntnissen geführt hat.

Grainne McCabe
So zeigte sich, dass Zenkerella entfernt mit zwei Gleithörnchen verwandt ist und zu einer Gruppe prähistorischer Nagetiere (Anomaluroidea) gehört, die es bereits vor 49 Millionen Jahren gab. Der Dornschwanzbilch hat diese immense Zeitspanne mit minimalen Veränderungen überlebt, wie der Vergleich mit fossilen Funden zeigte.

So zeigte sich, dass Zenkerella entfernt mit zwei Gleithörnchen verwandt ist und zu einer Gruppe prähistorischer Nagetiere (Anomaluroidea) gehört, die es bereits vor 49 Millionen Jahren gab. Der Dornschwanzbilch hat diese immense Zeitspanne mit minimalen Veränderungen überlebt, wie der Vergleich mit fossilen Funden zeigte.

Steven Heritage

Forscher sind einem superscheuen Nagetier in Afrika auf der Spur, das als lebendes Fossil gilt. Bislang fanden die Wissenschaftler nur wenige tote Exemplare des Dornschwanzbilchs (Zenkerella insignis). «Man könnte ihn als das ultimative Pokémon bezeichnen, das Wissenschaftler noch nie lebendig fangen konnten», berichtet Erik Seiffert von der University of South California.

Doch jetzt sind drei unversehrte tote Tierchen in Jägerfallen entdeckt worden. Erstmals konnte ein DNA-Abstrich gemacht werden, wie die Forscher im Fachjournal «PeerJ» berichten. Damit liegen der Wissenschaft nun insgesamt 14 Exemplare des mysteriösen Nagers mit dem schuppenbesetzten Schwanz vor, über dessen Lebensweise bisher kaum etwas bekannt ist.

Noch viele Fragen offen

Die Forscher verglichen die DNA mit dem Erbgut anderer Nager. Es zeigte sich unter anderem, dass Zenkerella entfernt mit zwei Gleithörnchen verwandt ist und auch zu einer Gruppe prähistorischer Nagetiere (Anomaluroidea) gehört, die es bereits vor 49 Millionen Jahren gab, berichten die Forscher. Vertreter dieser Nagetiergruppe können dank ihres mit Schuppen versehenen Schwanzes geschickt an Bäumen hochklettern.

«Das ist eine faszinierende Geschichte des Überlebens», sagt Seiffert. Der Dornschwanzbilch habe diese immense Zeitspanne mit minimalen Veränderungen überlebt, wie der Vergleich mit fossilen Funden gezeigt habe. Unter den 5400 Säugetierspezies gelte Zenkerella deshalb zusammen mit nur drei weiteren Arten als lebendes Fossil.

Zugleich wirft das Tierchen noch viele Rätsel auf. Einheimische im westlichen Zentralafrika berichten davon, dass sie höchstens ein bis zwei Dornschwanzbilche pro Jahr in ihren Fallen finden. Das Fleisch sei aber ungeniessbar. Das Tier sei nachtaktiv und schlafe in Baumhöhlen. Auf der Bioko-Insel, wo die drei jüngsten Exemplare gefunden wurden, wollen die US-Forscher der Lebensweise des wendigen «Pokémon-Tiers» nun weiter nachgehen – wenn sie es denn erwischen. (fee/sda)

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