US-Studie: Forscher bestätigen Existenz des Untreue-Gens
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US-StudieForscher bestätigen Existenz des Untreue-Gens

Untreue darf nicht nur den äusseren Umständen angelastet werden: Auch die Gene spielen eine Rolle – sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

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Probleme mit seiner Treue sollen der Grund für die Trennung von Golf-Star Tiger Woods und Skirennläuferin Lindsey Vonn gewesen sein.

Probleme mit seiner Treue sollen der Grund für die Trennung von Golf-Star Tiger Woods und Skirennläuferin Lindsey Vonn gewesen sein.

Keystone/AP/David Maxwell
Die Vermutung kommt nicht von ungefähr. Schliesslich hat der Profi-Sportler mit seinen Seitensprüngen schon die Ehe mit Elin Nordegren ruiniert.

Die Vermutung kommt nicht von ungefähr. Schliesslich hat der Profi-Sportler mit seinen Seitensprüngen schon die Ehe mit Elin Nordegren ruiniert.

Keystone/AP/David J. Phillip
Auch kein Kind von Traurigkeit ist Arnold Schwarzenegger. Der Ex-Bodybilder, Schauspieler und Politiker ist ebenfalls Fremdgänger. Seine Frau trennte sich von ihm, nachdem bekannt wurde, dass er ein Kind mit einer langjährigen Hausangestellten gezeugt hat.

Auch kein Kind von Traurigkeit ist Arnold Schwarzenegger. Der Ex-Bodybilder, Schauspieler und Politiker ist ebenfalls Fremdgänger. Seine Frau trennte sich von ihm, nachdem bekannt wurde, dass er ein Kind mit einer langjährigen Hausangestellten gezeugt hat.

Keystone/AP/Chris Pizzello

Tiger Woods und Lindsey Vonn sind nicht länger ein Paar. Über die Gründe äussern sich die beiden nicht. Doch der Verdacht liegt nahe, dass der Golfprofi erneut zu einer anderen ins Bett gestiegen sein könnte. Das verwundert nicht, schliesslich ist seit dem Scheitern seiner Ehe mit Elin Nordegren seine Sexsucht kein Geheimnis mehr.

Auch wenn die Causa Woods mit seinen angeblich über 100 Gespielinnen besonders extrem war: Der Golfprofi steht mit seiner Untreue nicht alleine da. Zumindest eine Mitschuld daran tragen die Gene, wie Brendan P. Zietsch von der australischen University of Queensland im Fachjournal «Evolution & Human Behavior» berichtet.

Auf der Suche nach dem Untreue-Gen

Für seine Studie hat der Psychologe rund 7400 finnische Zwillingspaare zu ihrem ausserhäuslichen Paarungsverhalten befragt, die allesamt in einer mindestens einjährigen Partnerschaft leben.

Unter anderem suchte er bei den teilnehmenden Männern und Frauen nach bestimmten Gen-Varianten, die für die Produktion und Bindung der Kuschelhormone Vasopressin und Oxytocin verantwortlich sind. Diese beeinflussen das menschliche Sozialverhalten und entscheiden darüber, ob wir vertrauen, Mitgefühl empfinden oder über Sex eine Bindung zu einem Partner entwickeln können.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied

Dabei zeigte sich, dass die, die bestimmte Varianten des Vasopressin-Rezeptor-Gens besitzen, eher zu sexueller Untreue neigen als die ohne diese Abwandlungen. Insgesamt kamen diese speziellen Formen des Rezeptor-Gens bei 62 Prozent der Männer und bei 40 Prozent der Frauen vor.

Zeitsch rät davon ab, seine Erkenntnisse als Ausrede zu missbrauchen: «Korrelation ist nicht das gleiche wie Kausalität.» Es gebe noch viele weitere Faktoren, die jemanden fremdgehen lassen. Nur weil man Träger der Gen-Variante sei, müsse man noch lange nicht fremdgehen.

Sein Kollege Richard A. Friedman vom Cornell Friedman College pflichtet ihm in der «New York Times» bei: «Wir entscheiden am Ende darüber, was wir tun. Aber die Karten sind ungleich verteilt. Für die einen ist es einfach, nicht fremdzugehen. Für die anderen ist es ein Kampf gegen die eigene Natur.» Kurz: Es kommt immer darauf an, was man aus etwas macht.

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