Aktualisiert 06.09.2007 00:38

Forscher dürfen Mensch und Kuh kreuzen

Britische Forscher wollen mit aller Macht einen Durchbruch in der Stammzellenforschung erreichen: Dafür werden sie einen Misch-Embryo aus menschlichem Zellkern und der Eizelle einer Kuh züchten.

Es ist das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass eine Regierung ein derartiges Experiment bewilligt. Die Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie (HFEA) in London erteilte am Mittwoch dem umstrittenen Verfahren der Forscher des Kings College ihre Zustimmung.

Der Zellkern eines Alzheimerpatienten soll in die Eizelle einer Kuh eingepflanzt werden und danach in einer Nährlösung wachsen. Das Resultat wird bei Gelingen ein Misch-Embryo sein. Mit der Methode will man auf die schwer erhältlichen menschlichen Eizellen für die Stammzellenforschung verzichten.

Das Vermischen von tierischem und menschlichen Erbgut - auch als Chimären-Forschung bekannt - ist ein höchst umstrittenens Gebiet der Medizin: Würden sich nämlich beispielsweise zwei Maus-Chimären mit menschlichen Keimzellen paaren, könnte das Resultat ein menschlicher Embryo sein.

In der Schweiz ist laut BAG das Herstellen von Chimären verboten.

Gregor Patorski, 20minuten.ch

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