Rätselhaftes Universum: Forscher empfangen mysteriöse Weltall-Signale
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Rätselhaftes UniversumForscher empfangen mysteriöse Weltall-Signale

Seit Jahren geben ultrakurze Strahlungsausbrüche aus dem All Rätsel auf. Forscher haben jetzt einen solchen Fast Radio Burst in Echtzeit abgefangen.

von
jcg
Der Beweis für die Existenz von Aliens? Forscher haben Signale aus dem All in Echtzeit empfangen.

Der Beweis für die Existenz von Aliens? Forscher haben Signale aus dem All in Echtzeit empfangen.

Ein Signal aus dem All hat Astronomen weltweit in Aufregung versetzt. Forschern der Swinburne-Universität in Melbourne ist es gelungen, einen sogenannten Fast Radio Burst (FRB) in Echtzeit abzufangen. Diese Strahlenausbrüche dauern nur eine Millisekunde, sind auf ein enges Frequenzband beschränkt und geben in dieser Zeit so viel Energie ab wie die Sonne in einem Tag.

Zum ersten Mal wurden Wissenschaftler 2007 auf das Phänomen aufmerksam, doch «wir sind die Ersten, die einen in Echtzeit eingefangen haben», zitiert der «Science Blog» die Projektleiterin Emily Petroff. «Normalerweise werden diese erst Wochen oder Monate oder sogar mehr als ein Jahrzehnt später entdeckt», so Petroff. Insgesamt wurden bisher neun solche FBRs empfangen.

Der Echtzeit-FRB wurde am 14. Mai 2014 vom riesigen Parkes-Radioteleskop im australischen Bundesstaat New South Wales empfangen. Jetzt wurden die Ergebnisse im Fachjournal «Monthly Notices of the Royal Astronomical Society» veröffentlicht.

Herkunft unklar

Demnach ist die Quelle ein Mysterium, muss aber «gigantisch» sein, erklärte Petroff dem «New Scientist» – und bis zu 5,5 Milliarden Lichtjahre entfernt. Die Reise der FRBs hat also vor sehr langer Zeit begonnen, weshalb auch der Begriff in Echtzeit relativiert werden muss. Hier bedeutet er «sobald der FBR die Erde erreicht hat», erklärte Daniele Malesani, Ko-Autor der Studie.

Über die Herkunft des Signals kann bisher nur spekuliert werden. Einige Wissenschaftler glauben, dass es sich um ein Schwarzes Loch handelt, andere vermuten verschmelzende Neutronensterne dahinter. Es könnte sich auch um einen Magnetar handeln. Das ist ein Neutronenstern mit einem Magnetfeld, das 1000-mal stärker als bei einem Neutronenstern üblich ist.

Sicher ist es keine Supernova oder ein Gammablitz. Denn nachdem der Empfang des FRB in Wissenschaftskreisen kommuniziert worden war, wurden innert Stunden 12 weitere Teleskope auf der ganzen Welt auf die Quelle gerichtet, die sich nahe des Wasserman-Sternbilds befindet. Es konnten aber keine weiteren Strahlen empfangen werden. Bei einer Supernova oder langen Gammablitzen wäre zumindest noch Reststrahlung entdeckt worden.

Jetzt hoffen die Wissenschaftler auf einen weiteren FRB, diesmal in einer anderen Frequenz. So könnten sie ihn endlich zuordnen: «Einer Galaxie, einer Region einer Galaxie oder sogar einer Region des intergalaktischen Raums», so Duncan Lorimer, Ko-Autor der Studie.

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