Good News: Forscher entwickeln Wundverband, der Bakterien abtötet

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Good NewsForscher entwickeln Wundverband, der Bakterien abtötet

Damit bakterielle Infektionen direkt in der Wunde bekämpft werden können, haben Empa-Forschende einen neuen Wundverband entwickelt. Erste Tests zeigen, dass er Bakterien äusserst effizient abtötet.

von
Tabea Waser
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Antibiotika-resistente Bakterien (gelb) können zu schweren, schlecht behandelbaren Wundinfektionen führen.

Antibiotika-resistente Bakterien (gelb) können zu schweren, schlecht behandelbaren Wundinfektionen führen.

CDC auf Unsplash
Im schlimmsten Fall droht eine lebensgefährliche Sepsis.

Im schlimmsten Fall droht eine lebensgefährliche Sepsis.

Wikimedia/Emergency doc
Yoga für Bindegewebszellen: In Gegenwart der multifunktionalen Eiweissbausteine einer Cellulose-Oberfläche heften sich menschliche Bindegewebszellen (Fibroblasten), wie erhofft, besser an und beginnen, sich gleichmässig zu verteilen.

Yoga für Bindegewebszellen: In Gegenwart der multifunktionalen Eiweissbausteine einer Cellulose-Oberfläche heften sich menschliche Bindegewebszellen (Fibroblasten), wie erhofft, besser an und beginnen, sich gleichmässig zu verteilen.

Empa

Darum gehts

  • Bakterielle Infektionen können im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen.
  • Das kann tödlich enden.
  • Damit diese Infektionen direkt in der Wunde bekämpft werden können, haben Empa-Forscher einen neuen Wundverband entwickelt.
  • Konkret sind es feine Membrane aus pflanzlicher Cellulose, die zu einem Gewebe gesponnen werden.
  • Diese werden mit einer Peptidlösung behandelt.
  • Für die Haut ist das gut verträglich, für Bakterien hingegen ein Todesurteil.

Ein neuer Wundverband aus pflanzlicher Zellulose soll die Heilungschancen von mit Bakterien infizierten Wunden verbessern. Der mit Peptiden behandelte Verband tötet in Laborkulturen 99,99 Prozent der Keime ab, wie die Empa am Dienstag mitteilte.

Dringen bei einer Infektion hartnäckige Keime in eine Wunde ein, heilt diese nicht wie erhofft und im schlimmsten Fall droht gar eine lebensgefährliche Blutvergiftung (Sepsis). Um dem entgegenzuwirken, spannt ein Team um die Empa-Forscherin Katharina Maniura vom «Biointerfaces»-Labor in St. Gallen ein Gewebe aus hauchdünnen Fasern aus Zellulose – dem Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden. Das Gewebe behandelten sie mit speziell entworfenen Eiweissbausteinen, sogenannten Peptiden, die antibakterielle Eigenschaften aufweisen.

Vorteil der Peptiden: Sie sind einfach herzustellen und bleiben stabiler als grössere Proteine. Diese reagieren nämlich empfindlicher auf die chemischen Bedingungen in einer Wunde. Besonders flexibel und gleichzeitig stabil wurden die Membranen, nachdem die Forschenden zusätzlich das Polymer Polyurethan mit eingesponnen hatten, heisst es in der Mitteilung.

Gut verträglich für menschliche Haut

Für menschliche Hautzellen erwies sich der Verband als gut verträglich, wie die Forschenden im Fachmagazin «Advanced Healthcare Materials» berichten. Anders für die Bakterien namens Staphylokokken, gegen die viele Antibiotika machtlos geworden sind: «In Bakterienkulturen wurden über 99,99 Prozent der Keime durch die Peptid-haltigen Membranen abgetötet», liess sich Maniura in der Mitteilung zitieren.

In einem nächsten Schritt möchten die Forschenden den Verband mit weiteren Funktionen ausstatten. «Die Peptide könnten beispielsweise mit Bindungsstellen funktionalisiert werden, die eine kontrollierte Abgabe von weiteren therapeutischen Wirkstoffen ermöglichen», so Maniura.

(SDA)

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