29.08.2020 21:46

ChinaForscher erkennen Herzinfarkt-Risiko mithilfe von nur vier Selfies

Laut einer Studie aus Peking kann ein Algorithmus das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden, selbstständig herausfinden. Alles, was dazu benötigt wird, sind vier Bilder.

von
Dominique Zeier
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Selfies könnten künftig vor Herzinfarkten schützen.

Selfies könnten künftig vor Herzinfarkten schützen.

Foto: Getty Images
Ein Forscherteam aus China hat einen Algorithmus entwickelt, der mittels Bildern erkennen kann, ob eine Person Gefahr läuft, an Herz-Kreislauf-Komplikationen zu erkranken. 

Ein Forscherteam aus China hat einen Algorithmus entwickelt, der mittels Bildern erkennen kann, ob eine Person Gefahr läuft, an Herz-Kreislauf-Komplikationen zu erkranken.

Foto: Getty Images
Dies könnte Ärzten eine Diagnose in Zukunft erleichtern. 

Dies könnte Ärzten eine Diagnose in Zukunft erleichtern.

Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Forschern aus China ist es gelungen, mittels künstlicher Intelligenz das Herzinfarkt-Risiko von Patienten zu bestimmen.
  • Alles, was sie dazu benötigen, sind vier Bilder des Kopfs eines Patienten.
  • Es ist nicht das erste Mal, dass Selfies bei der Bestimmung von Krankheiten oder medizinischen Veranlagungen eingesetzt werden.

Forscher des Fuwai Hospital in Peking haben einen günstigen und einfachen Weg gefunden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen potenziell frühzeitig zu erkennen. Die Ergebnisse ihrer Studie haben sie im «European Heart Journal» veröffentlicht. Laut diesen muss man nur ein paar Selfies an seinen Arzt schicken, um zu erkennen,
ob man ein Risikopatient ist.

Schon länger bekannt ist, dass bestimmte Gesichtsmerkmale mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen verbunden sein können. Dazu gehören zum Beispiel schütteres oder graues Haar, Falten, Falten im Ohrläppchen, gelbe Beulen im Augenwinkel oder eine Hornhauttrübung. «Wange, Stirn und Nase liefern mehr Informationen als andere Bereiche des Gesichts», sagt Studienleiter Xiang-Yang Ji ausserdem.

Deep-Learning-Algorithmus

Von Juli 2017 bis März 2019 untersuchte das Team 5796 Patienten aus acht chinesischen Krankenhäusern. Sie erhielten die klassischen Herzuntersuchungen, und es wurden vier Bilder aufgenommen, eines frontal, zwei im Profil und eines von oben. Diese wurden danach mithilfe eines KI-Bilderkennungsprogramms analysiert.

Krankenschwestern befragten die Patienten auch nach ihrem sozioökonomischen Status, nach dem Lebensstil und nach ihrer Krankengeschichte. Radiologen betrachteten die Angiogramme – also das Abbild der Blutgefässe – der Patienten und bewerteten den Herzzustand anhand der Verengung der Gefässe. Diese Informationen wurden verwendet, um den Deep-Learning-Algorithmus zu erstellen, zu trainieren und zu validieren.

Selfies auch für Blutdruck und Blutarmut

Dieser künstlichen Intelligenz gelang es laut den Studienresultaten, Patienten, die ein höheres Herzinfarkt-Risiko hatten, korrekt zu erkennen. Es sei allerdings noch zu früh, diese Methode grossflächig einzusetzen, räumen die Wissenschaftler ein. Dafür müssten erst noch weitere Studien und Tests durchgeführt werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Selfies bei der Diagnose von Krankheiten oder medizinischen Veranlagungen eingesetzt werden, wie Healthing.ch schreibt. Ein Forscherteam der Universität in Toronto hat diese Methode bereits dazu eingesetzt, den Blutdruck von Patienten mit 95-prozentiger Sicherheit zu messen. Andere Forscher an der Georgia Tech und der Emory-Universität in Atlanta haben ausserdem eine App entwickelt,
die mittels Fotos Blutarmut erkennen kann.

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59 Kommentare
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Chardiologe

30.08.2020, 12:10

Bisher musste man immer einen Herzabstrich nehmen. Von allen Klappen.

Paul

30.08.2020, 11:18

schütteres oder graues Haar, Falten, Falten. Das ist und ist seit tausende von Jahren so, wenn man alt wird.

KWT

30.08.2020, 11:06

Ob diese App Fluch oder Segen wird, entscheiden wie immer jene Menschen, die diese Technologie kontrollieren