Premiere im Regenwald: Forscher filmen erstmals Baby von Riesengürteltier

Aktualisiert

Premiere im RegenwaldForscher filmen erstmals Baby von Riesengürteltier

Zoologen ist es endlich gelungen, die Geburt eines Riesengürteltiers zu dokumentieren. Die Forscher erhoffen sich davon wichtige Erkenntnisse zum Schutz der bedrohten Art.

von
dwi

Ein kleines, gepanzertes Tier tapst unbeholfen aus seinem Bau, der Mutter hinterher, direkt vor eine Fotofalle. Die Kamera blitzt, die Sensation ist gelungen: Zum ersten Mal konnten Zoologen im brasilianischen Regenwald die Geburt eines Riesengürteltiers dokumentieren.

Damit ist den Zoologen ein wichtiger Schritt in der Erforschung der geheimnisvollen Art gelungen. Denn Riesengürteltiere sind so selten und scheu, dass selbst viele Einheimische in ihrem ganzen Leben keines zu Gesicht bekommen. Ausserdem sind sie nur nachts unterwegs.

«Wunschdenken» wurde Realität

Es dauerte denn auch über zwei Jahre, bis den Forschern ihr Coup gelang: Im November 2011 hatten die Wissenschaftler ein erwachsenes Weibchen beobachtet, ab Januar 2012 tauchte hin und wieder ein Männchen auf Bildern der installierten Fotofalle auf. Nach einem halben Jahr teilten sich die beiden während mehrerer Tage einen Bau.

«Unser Team glaubte zu sehen, dass das Weibchen dicker wurde, aber das war zu dem Zeitpunkt wohl eher Wunschdenken», zitiert «Spiegel Online» Forschungsleiter Arnaud Desbiez. Doch ziemlich genau fünf Monate nach ihrem Kontakt mit dem Männchen suchte sich die Gürteltierdame einen Bau und kehrte mehr als einen Monat lang immer wieder dorthin zurück.

Nach vier Wochen war es tatsächlich so weit: Das Jungtier wagte sich aus seinem Bau. Weil die Forscher an zwei anderen Orten im brasilianischen Regenwald Fussspuren eines erwachsenen und eines kleinen Riesengürteltiers fanden, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass diese Art pro Wurf nur ein Junges zur Welt bringt.

Sehen Sie Arnaud Desbiez' auf Video festgehaltenes Forschungstagebuch hier.

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