14.09.2016 11:42

HMS Terror

Forscher finden legendäres Arktis-Wrack

Unterwasser-Archäologen haben das zweite Schiff der Franklin-Expedition entdeckt. Es lag offenbar vor Anker, als es unterging. Das wirft neue Fragen auf.

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Keiner der 129 Männer, die 1845 zur Franklin-Expedition aufgebrochen waren, kehrte zurück (Im Bild: Gräber der Franklin-Expedition auf der Beechey-Insel).

Keiner der 129 Männer, die 1845 zur Franklin-Expedition aufgebrochen waren, kehrte zurück (Im Bild: Gräber der Franklin-Expedition auf der Beechey-Insel).

Wikimedia Commons/Ansgar Walk/CC BY-SA 2.5
Welches Schicksal sie genau erlitten, ist bis heute ein Rätsel. (Im Bild: HMS Erebus und die HMS Terror)

Welches Schicksal sie genau erlitten, ist bis heute ein Rätsel. (Im Bild: HMS Erebus und die HMS Terror)

PD
Das nun entdeckte zweite Schiffswrack könnte für Aufklärung sorgen. Es handelt sich dabei um die HMS Terror.

Das nun entdeckte zweite Schiffswrack könnte für Aufklärung sorgen. Es handelt sich dabei um die HMS Terror.

Keystone/AP/Parks Canada/The Canadian Press

1845 machten sich Polarforscher Sir John Franklin und 128 Mann in zwei Schiffen auf die Suche nach der sagenumwobenen Nordwestpassage. Doch keiner kehrte jemals zurück. Jetzt wurde auch das zweite Schiff der Expedition entdeckt.

Das britische Expeditionsschiff HMS Terror ist 170 Jahre nach seinem Verschwinden wiederentdeckt worden. Es war Teil einer fehlgeschlagenen Expedition, mit der der Polarforscher Sir John Franklin in den 1840er-Jahren die legendäre Nordwestpassage durch das Nordpolarmeer finden wollte. Das zweite Schiff unter Franklins Kommando, die HMS Erebus, war ebenfalls gesunken und 2014 gefunden worden.

«Es ist eine perfekte Zeitkapsel»

Der Fundort der HMS Terror liege rund 50 Kilometer entfernt von jenem der HMS Erebus, in einer Bucht von King William Island, teilte die kanadische Marine mit. «Es ist eine perfekte Zeitkapsel», sagte Adrian Schimnowski, dessen Forschungsschiff die Terror bereits am 3. September entdeckt hatte.

Seitdem habe man unter Wasser unter anderem eine Kanone und eine Ankerwinde identifiziert. Das Steuerruder sei in perfektem Zustand, sagte Schimnowski. «Wir haben die Schiffsmesse identifizieren können, einige Kabinen und den Vorratsraum. Dort sahen wir noch Teller – eine Konservenbüchse stand sogar noch im Regal», so der Forscher im «Guardian». Auch zwei Weinflaschen und eine noch offenstehende Schublade mit einem Gegenstand darin sei entdeckt worden. Pläne, die beiden Schiffe zu heben, gibt es nicht.

Unterstützung von Anwohnern

Auf die Spur der so weit von der Erebus entfernten Terror seien die Forscher durch einen Bewohner des nahegelegenen Ortes Gjoa Haven gekommen, sagte Schimnowski. Dieser habe ihm berichtet, dass er bei der Jagd in der Bucht den Mast aus dem Wasser habe ragen sehen.

Mit dem Fund der HMS Terror, so hoffen die Forscher, ist das Schicksal der Franklin-Expedition endgültig geklärt. Laut Schimnowski müsse das Schiff damals sehr sachte und langsam gesunken sein, das zeige die Lage auf dem Meeresboden. In einem nächsten Schritt sollen Unterwasserarchäologen das Schiff untersuchen und die Aufnahmen auswerten, um mehr über die damaligen Geschehnisse zu erfahren.

2014 entdeckten die Forscher das Wrack der HMS Erebus – und erkundeten es. (Video: Canada Parks) (fee/sda)

Die Expedition

Die Franklin-Expedition war die dritte und letzte grosse Forschungsreise des britischen Polarforschers Sir John Franklin (1786-1847). Ihr Ziel war es, die Nordwestpassage erstmals in ost-westlicher Richtung zu durchsegeln, kartografisch zu erfassen und so einen kürzeren Seeweg von Europa nach Asien zu finden.

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