Pompeji: Forscher graben über 2000 Jahre alten Street-Food-Imbiss «in gutem Zustand» aus
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PompejiForscher graben über 2000 Jahre alten Street-Food-Imbiss «in gutem Zustand» aus

Archäologen haben in Pompeji ein über 2000 Jahre altes Restaurant inklusive Essensresten ausgegraben. Das Strassenrestaurant sei in äusserst gutem Zustand, obwohl es beim Ausbruch des Vulkans Vesuv verschüttet wurde.

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Dieses Restaurant aus der Antike haben Forscher in Pompeji ausgegraben. 

Dieses Restaurant aus der Antike haben Forscher in Pompeji ausgegraben.

AFP
Es soll sich dabei um ein Strassenrestaurant handeln. 

Es soll sich dabei um ein Strassenrestaurant handeln.

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Solche Strassenrestaurants hiessen damals «Thermopolia» (zusammengesetzt aus dem griechischen «thermos» für heiss und «poleo» für verkaufen). Im Römischen Reich waren diese sehr populär, so soll es mindestens 80 «Thermopolias» gegeben haben. 

Solche Strassenrestaurants hiessen damals «Thermopolia» (zusammengesetzt aus dem griechischen «thermos» für heiss und «poleo» für verkaufen). Im Römischen Reich waren diese sehr populär, so soll es mindestens 80 «Thermopolias» gegeben haben.

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Darum gehts

  • Beim Vulkanausbruch des Veuvs in Pompeji sind 79 n. Chr. zwischen 4000 und 5000 Menschen gestorben.

  • Archäologen haben in den Ruinen ein antikes Strassenrestaurant gefunden.

  • Der «Imbiss» ist in überraschend gutem Zustand.

In Pompeji haben Archäologen ein aussergewöhnlich gut erhaltenes antikes Strassenrestaurant mit farbenfrohen Fresken entdeckt. «Die Analysemöglichkeiten sind aussergewöhnlich, weil erstmals auch die gesamte Umgebung ausgegraben wurde», teilte der Leiter der Ausgrabungen in Pompeji, Massimo Osanna, am Samstag mit. In der Nähe wurden zudem Überreste mehrerer Opfer des Vulkanausbruchs vor rund 2000 Jahren gefunden.

«Das Lokal scheint hastig geschlossen und von seinen Besitzern verlassen worden zu sein», sagte Osanna der Nachrichtenagentur Ansa. «Möglicherweise ist einer der Männer, etwa der älteste, während der ersten Phase der Eruption gestorben, als der Dachboden einbrach.» Nach Osannas Worten fanden die Forscher auch die Überreste eines Mannes, der offenbar von heissen Dämpfen getötet wurde, als er den Deckel von einem der Töpfe hielt – möglicherweise ein Dieb oder ein hungriger Bewohner auf der Flucht vor dem Vulkanausbruch.

Strassenrestaurants waren sehr populär

Die Forscher fanden Abdrücke von Speisen, welche Informationen über die Essgewohnheiten im Pompeji zur Zeit der grossen Vulkan-Katastrophe im Jahr 79 n. Chr. liefern könnten. In Tontöpfen fanden die Archäologen zudem Entenknochen und Reste von Schweinen, Ziegen, Fischen und Schnecken, die möglicherweise – in der Art einer Paella – zusammen gekocht worden waren.

Derartige Strassenrestaurants, sogenannte Thermopolia (zusammengesetzt aus dem griechischen «thermos» für heiss und «poleo» für verkaufen) waren in der römischen Welt sehr populär. Allein in Pompeji gab es mindestens 80 solcher Lokale.

Pompeji ist heute nach dem Kolosseum von Rom die am zweithäufigsten besuchte Touristenattraktion Italiens. Im vergangenen Jahr besichtigten fast vier Millionen Menschen die archäologische Stätte. Wegen der Corona-Pandemie ist Pompeji für Besucher derzeit geschlossen, doch finden dort weiter Ausgrabungen statt.

Pompeji liegt unweit von Neapel am Fusse des Vesuvs. Die archäologischen Stätten umfassen ein Gebiet von rund 44 Hektar, von denen erst zwei Drittel erschlossen sind.

(AFP)

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