Aktualisiert 21.02.2020 09:56

Simpler Trick

Forscher hacken Tesla mit Klebeband

Der US-Cybersicherheitsfirma McAfee reichte ein manipuliertes Strassenschild, um einen Tesla auszutricksen.

von
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Simpler Trick: der McAfee-Hack.

Simpler Trick: der McAfee-Hack.

McAfee

Die amerikanische Cybersicherheitsfirma McAfee ist mit einem aufsehenerregenden Experiment an die Öffentlichkeit gegangen. Den Forschern der Firma gelang es, mit einem manipulierten Geschwindigkeitsbegrenzungsschild zwei selbstfahrende Tesla-Modelle auszutricksen und sie dazu zu bringen, statt der per Schild erlaubten 35 Meilen pro Stunde auf 85 mph zu beschleunigen. Das berichtet das Massachusetts Institute of Technology.

Wie die Experten in ihrem Versuch demonstrierten, reichen dazu zwei simple Klebestreifen aus. Dank ihnen gelang es, die automatische Geschwindigkeitsregelung der Tesla zu täuschen. Prompt fuhren die E-Autos nicht mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 35 Meilen pro Stunde (rund 56 km/h), sondern hätten auf bis zu 85 Meilen pro Stunde (137 km/h) beschleunigt, hätten die Forscher den Versuch nicht vorher abgebrochen.

Model 3 nicht betroffen

Pikant: Die Forscher verlängerten dafür die Zahl 3 nur minimal per Klebstreifen. Ein menschliches Auge würden die Zahl nach wie vor als Tempo-35-Zone interpretieren. Das «MobilEye EyeQ3»-Kamerasystem des Tesla jedoch erkannte auf dem Schild keine Drei mehr, sondern eine Acht.

Allerdings gilt der Test laut den Experten nur für ältere Teslas. Das Tesla Model X (Baujahr 2016) und das Model S fielen auf den Klebestreifen-Trick herein, sobald der Testfahrer den Fuss vom Gaspedal nahm und der Tempomat übernahm. Neufahrzeuge wie das Tesla Model 3 dagegen waren vom Hack nicht betroffen.

Die McAfee-Forscher betonen, dass sie mit ihrem Experiment keine Angst schüren, sondern Kunden und Hersteller für potenzielle Schwachstellen der Technologie sensibilisieren wollen. Denn: «Zukünftig sollen diese Systeme bekanntlich Aufgaben übernehmen, die zuvor von Menschen ausgeführt werden.»

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