Baselland: Forscher legen für Studie Wald für 20 Jahre trocken
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BasellandForscher legen für Studie Wald für 20 Jahre trocken

Um die Folgen des Klimawandels für den Schweizer Wald zu erforschen, simuliert die Uni Basel in einem Baselbieter Waldstück zwanzig Jahre lang Trockenheit.

von
sis

Pflanzenwissenschaftler Ansgar Kahmen erklärt die spektakuläre Versuchsanlage im Hölsteiner Wald. (Video: sda/Keystone)

Gesunde Wälder sind für unser Ökosystem essentiell. In ihnen entstehen Ressourcen wie Holz, Sauerstoff und sauberes Wasser; sie reinigen unsere Luft und bieten vielen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Wie aber reagieren sie auf den Klimawandel? Genau das möchte die Universität Basel nun herausfinden.

Diese Woche hat sie daher mit den Vorbereitungen für ein europaweit einzigartiges Langzeitexperiment gestartet. Im Baselbieter Jura bei Hölstein werden die Wissenschaftler einen Hektar Mischwald 20 Jahre lang beobachten und zur Hälfte trocken legen. «Wenn wir besser verstehen, welche Effekte Trockenheit auf mitteleuropäische Wälder hat, können wir besser vorhersagen, was das für den Nutzen und die Leistungen bedeutet, die das Ökosystem Wald erbringt», erklärt der Pflanzenwissenschaftler Professor Ansgar Kahmen, der das Projekt leitet.

Trockenheit soll simuliert werden

Laut neuesten Prognosen würden die Sommerniederschläge im Westen der Schweiz bis zum Jahr 2085 um bis zu einem Fünftel zurückgehen, schreibt die Universität auf ihrer Website. Diese Trockenheit soll im Gebiet Schoren, namentlich die Karst-Hügelkuppe, simuliert werden. Auf einer Hälfte wird ein Regendach zwischen den Bäumen den Boden trocken halten; die andere Hälfte bleibt als Kontrollfläche der Witterung ausgesetzt.

«Der Standort ist einzigartig. Hier in Hölstein können wir Rotbuchen, Stieleichen, Hagebuchen, Fichten, Waldföhren und Weisstannen in das Experiment einbeziehen, die zwischen 80 und 150 Jahre alt sind. Zudem sickert dank der Kuppellage kein Grundwasser ein. Das haben wir sonst nirgends gefunden», sagt Kahmen.

Mit dem Kran in die Baumkronen

Das Experiment soll auch zeigen, ob die Bäume ihren Stoffwechsel an das neue Klima anpassen können. Zudem will man erforschen, wie sich der Wassermangel auf biogeochemische Kreisläufe im Wald auswirkt und ob die Wälder auch unter zukünftigen Klimabedingungen grosse Mengen an Kohlenstoff speichern können.

Am Dienstag wurde das weit herum sichtbarste Element des Experiments installiert: ein 50 Meter hoher Baukran in der Mitte des Versuchsgeländes. Dieser soll Forschende per Gondel in die Baumkronen bringen, wo sie Veränderungen etwa am Laub beobachten und im Detail Experimente durchführen werden.

Der 45 Meter lange Kranausleger wird am Mittwochmorgen per Helikopter montiert. 2019 wird das teildurchlässige Regendach installiert; dann beginnt der eigentliche Langzeitversuch.

Internationales Projekt

Die Uni Basel will mit Forschern aus ganz Europa sowie mit Wissenschaftlern der Unis Bern und Zürich und der Bundes-Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zusammenarbeiten.

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Die Vorbereitungen für das Langzeitprojekt zur Erforschung der Folgen des Klimawandels auf mitteleuropäische Wälder haben begonnen. Im Baselbieter Wald in Hölstein wurde ein 50 Meter hoher Baukran installiert.

Die Vorbereitungen für das Langzeitprojekt zur Erforschung der Folgen des Klimawandels auf mitteleuropäische Wälder haben begonnen. Im Baselbieter Wald in Hölstein wurde ein 50 Meter hoher Baukran installiert.

Universität Basel
Die Forscher um den Basler Pflanzenwissenschaftler Professor Ansgar Kahmen haben die einzelnen Bäume auf der Versuchsfläche nummeriert und mit einem Dendrometerband versehen, das die Zunahme des Baumumfangs misst.

Die Forscher um den Basler Pflanzenwissenschaftler Professor Ansgar Kahmen haben die einzelnen Bäume auf der Versuchsfläche nummeriert und mit einem Dendrometerband versehen, das die Zunahme des Baumumfangs misst.

Universität Basel
Am Projekt sollen ausserdem Forscher der Universitäten Bern, Zürich und der Bundes-Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) sowie Wissenschafter aus ganz Europa mitwirken.

Am Projekt sollen ausserdem Forscher der Universitäten Bern, Zürich und der Bundes-Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) sowie Wissenschafter aus ganz Europa mitwirken.

Universität Basel

(sis/sda)

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