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Britische Coronavirus-Mutation Forscher mit guten Nachrichten – doch zentrale Frage bleibt offen

Die mutierte Variante B.1.1.7. des Coronavirus wirft seit Weihnachten viel Hektik und Fragen nicht nur in Grossbritannien auf. Nun liefern britische Forscher erste Antworten.

Darum gehts

  • Die britische Variante des mutierten Coronavirus alarmiert seit Weihnachten .

  • Ist sie ansteckender als die klassische Sars-CoV-2-Variante? Trifft sie Kinder schwerer? Wirken Antikörper aus den Impfstoffen hier?

  • Jetzt haben Forscher erste Antworten präsentiert. Über die zentrale Frage sind sie sich weiterhin uneins.

Ein «Weihnachtsgeschenk», das das Coronavirus für uns bereit hielt, ist seine mutierte Variante B.1.1.7. Der britische Premierminister Boris Johnson schlug kurz vor Weihnachten Alarm wegen der «britischen Mutation». Nicht nur verbreite sich die neue Mutante rund um London und im Südosten der Insel rasend schnell, sie sei auch noch bis zu 75 Prozent ansteckender als die klassischen Sars-CoV-2-Varianten. Während ein Lockdown-Regen auf der Insel niederging, schottete sich das europäische Festland hektisch von Grossbritannien ab.

Tatsächlich sei diese Coronavirus-Mutation «schon seit Monaten in vielen Ländern verbreitet» gewesen, möglicherweise auch in der Schweiz. Doch waren zentrale Fragen ungeklärt: Erschwerte die hochansteckende Coronavirus-Mutation den Krankheitsverlauf; war sie gar noch tödlicher? Waren Kinder jetzt mehr gefährdet – und wirken die soeben herausgekommenen Impfstoffe auch gegen diese Mutation?

Britische Forscher gaben schon früh zu bedenken, dass ihre Datengrundlagen zur neuen Variante noch dünn sei und dass empirisch dringend nachgearbeitet werden müsse. Das ist jetzt passiert: Die britische Gesundheitsbehörde PHE in London hat eine Studie vorgelegt, welche die Mutante mit den klassischen Sars-CoV-2-Varianten vergleicht, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» schreibt. Die Wissenschaftler werteten dafür rund 1800 Fälle aus, die aus der Infektion mit der neuen Variante stammten. Diese wurden mit gleich vielen Fällen verglichen, die durch ältere Virenstämme verursacht worden waren. Die Erkenntnisse der Briten:

  • Die Mutationsvariante B 1.1.7 verursacht keine schwereren klinischen Verläufe als ältere Sars-CoV-2-Linien.

  • Krankheitsverlauf und Todesrisiko war in allen erfassten Altersgruppen unverändert hoch. Unter den mit der B-1.1.7-Linie Infizierten gab es sogar etwas weniger Spitaleinweisungen.

  • Die Gefahr, die von einer Corona-Ansteckung mit der neuen Variante ausgeht, scheint nicht erhöht. Das ist für die Forscher ein Indiz dafür, dass die Antikörper aus den Corona-Impfungen auch gegen die britischen Virus-Varianten wirken.

In den zentralen Fragen aber sind sich die Forscher noch uneins: Ist die britische Variante wirklich ansteckender, und könnte sie für noch mehr Covid-19-Fälle sorgen? Die Studien anderer Genomforscher scheinen zwar ein Nein nahezulegen: Man habe nicht erkennen können, dass die mutierte Coronavirus-Variante ansteckender sei als die klassischen Sars-CoV-2-Varianten, so deren erstes Fazit. In den kommenden Wochen wird überall unter Hochdruck weiter geforscht und experimentiert – zu wichtig sind die Antworten.

(gux)

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