«Tödliche Bedingungen»: Forscher rechnen mit deutlich mehr Hitzetoten
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«Tödliche Bedingungen»Forscher rechnen mit deutlich mehr Hitzetoten

Hohe Temperaturen können nicht nur alten und kranken Menschen sowie Kleinkindern schaden, sondern auch Gesunden – mit immer öfter tödlichen Folgen.

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Hohe Temperaturen setzen dem menschlichen Körper ordentlich zu und können sogar zum Tod führen. Hawaiianische Forscher befürchten, dass in Zukunft die Zahl der Toten steigen könnte. deutlich mehr Menschen als bisher während Hitzewellen versterben.

Hohe Temperaturen setzen dem menschlichen Körper ordentlich zu und können sogar zum Tod führen. Hawaiianische Forscher befürchten, dass in Zukunft die Zahl der Toten steigen könnte. deutlich mehr Menschen als bisher während Hitzewellen versterben.

Doch man kann sich vorsehen. So hilft es beispielsweise, sich im Schatten aufzuhalten. Dies ist vor allem am Nachmittag wichtig, wenn es am heissesten ist.

Doch man kann sich vorsehen. So hilft es beispielsweise, sich im Schatten aufzuhalten. Dies ist vor allem am Nachmittag wichtig, wenn es am heissesten ist.

Keystone/AP/A3542/_karl-josef Hildenbrand
Auch die Kleidung kann einiges leisten: Sie sollte am besten aus heller Baumwolle oder Leinen gefertig sein sowie luftig und locker sitzen. Denn treffen die Sonnenstrahlen direkt auf die Haut, wärmen sie den Körper stärker auf als wenn noch ein Stück Stoff dazwischen ist.

Auch die Kleidung kann einiges leisten: Sie sollte am besten aus heller Baumwolle oder Leinen gefertig sein sowie luftig und locker sitzen. Denn treffen die Sonnenstrahlen direkt auf die Haut, wärmen sie den Körper stärker auf als wenn noch ein Stück Stoff dazwischen ist.

Flickr.com/Nick Gray/CC BY-SA 2.0

Das aktuelle Wetter stimmt viele Menschen fröhlich. Doch gibt es auch manche, denen die steigenden Temperaturen ordentlich zusetzen. Gefährdet sind vor allem Kleinkinder, chronisch Kranke und alte Menschen, warnt das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt.

Künftig könnte das Wetter vermehrt auch kerngesunden Menschen schaden. Das befürchten Forscher der University of Hawaii at Manoa in Honolulu: Laut ihrer Studie werden extreme Hitzewellen zunehmen und mehr Todesopfer fordern.

Zehntausende Tote in den letzten Jahren

Für die im Fachjournal «Nature Climate Change» veröffentlichte Arbeit wertete das Team um Camilo Mora mehr als 30'000 Studien aus den Jahren 1980 bis 2014 aus, die sich mit hitzebedingten Todesfällen beschäftigten.

Darin stiessen sie auf insgesamt 783 Fälle in 164 Städten in 36 Ländern, in denen während Hitzewellen auffällig viele Menschen starben. So starben 2003 in Deutschland und in Frankreich mehrere Tausend Menschen während des Jahrhundertsommers. In Moskau kamen vor sieben Jahren mehr als 10'000 Menschen hitzebedingt ums Leben.

Forscher besorgt

Aus den klimatischen Bedingungen – unter anderem Temperatur, Feuchtigkeit und Windgeschwindigkeit –, die während dieser Phasen herrschten, schlossen Mora und seine Kollegen, ab wann Extremwetter tödlich werden kann: Entscheidend dafür seien vor allem Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit, heisst es in einer Mitteilung.

Der Grund: Steigt die Körpertemperatur über 37 Grad Celsius, kann die Wärme nicht mehr abgegeben werden. Kommt hohe Luftfeuchtigkeit dazu, funktioniert das Schwitzen nicht mehr. Deshalb seien bei hoher Luftfeuchtigkeit auch niedrigere Temperaturen potenziell tödlich, so die Wissenschaftler.

Weil die berechnete Schwelle auf dokumentierten Fällen realer Menschen rund um den Globus basiere, sei sie besonders «verlässlich und relevant», erklärt Co-Autorin Farrah Powell. Es sei erschreckend, wie verbreitet solche tödlichen Bedingungen bereits seien.

Wenn der Sommer tödlich wird

So schön heisse Temperaturen auch sind: Sie können auch der Gesundheit schwer zu schaffen machen. Mit immer öfter tödlichen Folgen. (Video: University of Hawaii)

So viel extremer kann es werden: Der Zeitraffer zeigt frühere und prognostizierte Hitzewellen. (Video: University of Hawaii)

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