07.10.2014 21:32

Wertvolle NutzerdatenForscher sollen Twitter zur Goldgrube machen

Wie Facebook will auch Twitter künftig noch mehr an seinen Nutzern verdienen. Das US-Unternehmen gewährt Wissenschaftlern deshalb Zugang zu seinem Tweets-Archiv.

von
sts
Weltweit werden jeden Tag bis zu 500 Millionen Twitter-Nachrichten veröffentlicht  damit soll jetzt mehr Geld verdient werden.

Weltweit werden jeden Tag bis zu 500 Millionen Twitter-Nachrichten veröffentlicht damit soll jetzt mehr Geld verdient werden.

Twitter hat dem Technologie-Institut Massachusetts (MIT) laut «Wall Street Journal» zehn Millionen Dollar (rund 9,7 Millionen Franken) sowie den Zugang zu seiner Datenbank zur Verfügung gestellt. Somit können die MIT-Forscher auf sämtliche öffentlichen Tweets zugreifen, die seit dem Twitter-Start 2006 gepostet wurden. Täglich werden auf der Mikroblogging-Plattform je nach Zählung zwischen 400 und 500 Millionen Kurznachrichten publiziert.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen die Wissenschaftler einen Weg finden, mit diesen Daten Geld zu machen. Deb Roy, Professor am MIT und Forschungsleiter des Twitter-Projekts, erklärte: «Ein Ziel der Forschung wird es sein, zu verstehen, warum öffentliche Foren wie Twitter nicht häufiger zu produktiven Änderungen führen.» Mit der Social-Media-Plattform sei es möglich, ungeliebte Dinge zu stoppen oder seine Meinung kundzutun, so der Professor.

Facebook nutzt neue Werbeplattform

Neben Twitter versucht auch ein anderes Social-Media-Unternehmen, künftig noch mehr an seinen Nutzern zu verdienen: Ende September 2014 hat Facebook die neu gestaltete Werbeplattform Atlas lanciert. Diese nutzt die enormen Mengen an Daten, die Facebook über seine Nutzer sammelt, um personalisierte Werbung zu platzieren.

Mark Zuckerbergs Unternehmen macht dies bereits heute, allerdings nur auf der eigenen Seite. Mit Atlas wird dies nun im ganzen Web und auch in Apps möglich sein.

Online-Werbung: Noch ist Google Marktführer

Das Geschäft mit persönlicher Werbung ist lukrativer denn je: Der Markt mit Online-Werbung wird für dieses Jahr von Emarketer, einer US-Behörde für digitales Marketing, weltweit auf rund 140 Milliarden Dollar (gut 135 Milliarden Franken) geschätzt. Noch ist Google der klare Marktführer in diesem Bereich und streicht rund 30 Prozent aller Ausgaben für Online-Werbung ein. Doch Facebook will dem Suchmaschinen-Giganten mit seiner neuen Werbeplattform diese Position streitig machen. Twitter könnte den Markt ebenfalls bald aufmischen.

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