Dübendorf: Forscher testen das Haus der Zukunft
Aktualisiert

DübendorfForscher testen das Haus der Zukunft

Mit einer Innovationsplattform sollen Technologien für das Leben von morgen erprobt werden: Etwa Lavabos aus Holz oder personalisiertes Klima im Büro.

von
sda/pam
1 / 5
Wohnhaus, Bürogebäude und Versuchslabor will das Nest in Dübendorf sein. Am Montag wurde die Innovationsplattform der Empa eröffnet. Nest steht für Next Evolution in Sustainable Building Technologies.

Wohnhaus, Bürogebäude und Versuchslabor will das Nest in Dübendorf sein. Am Montag wurde die Innovationsplattform der Empa eröffnet. Nest steht für Next Evolution in Sustainable Building Technologies.

Roman Keller
Das Gebäude besteht aus einem zentralen Gebäudekern mit drei offenen Plattformen. Auf diesen können dann mehrere unabhängige Forschungs- und Innovationsmodule - sogenannte Units - installiert werden.

Das Gebäude besteht aus einem zentralen Gebäudekern mit drei offenen Plattformen. Auf diesen können dann mehrere unabhängige Forschungs- und Innovationsmodule - sogenannte Units - installiert werden.

Roman Keller
Holz-Innovation im Studentenwohnheim: Ein Lavabo mit wasserabweisender Holzoberfläche. Diese Entwicklung ist Teil der Forschung im Bereich «Vision Wood».

Holz-Innovation im Studentenwohnheim: Ein Lavabo mit wasserabweisender Holzoberfläche. Diese Entwicklung ist Teil der Forschung im Bereich «Vision Wood».

Roman Keller

Wohnhaus, Bürogebäude und Versuchslabor in einem: In Dübendorf ist am Montag auf dem Areal der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) die Forschungs- und Innovationsplattform Nest (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) eröffnet worden. Das Ziel des als «Haus der Zukunft» angepriesenen Projekts: Innovationen im Bau- und Energiebereich beschleunigen, indem nachhaltige Technologien in einer realen Umgebung getestet werden können. Der Unterschied zu anderen sogenannten Living Labs: Hier wird nicht nur eine Labor-Idee in der Realität getestet, sondern auch gewohnt, geschlafen, diskutiert und geplant.

Das Gebäude besteht aus einem zentralen Gebäudekern mit drei offenen Plattformen. Auf diesen können dann mehrere unabhängige Forschungs- und Innovationsmodule – sogenannte Units – installiert werden. Einer dieser Bereiche ist «Meet2Create»: Dabei handelt es sich um eine Büroumgebung, die von der Hochschule Luzern konzipiert wurde, um Erkenntnisse über die Arbeitswelt der Zukunft zu erlangen. Im Büro von morgen soll das Raumklima zum Beispiel allein durch die Fassade und Pflanzen geregelt werden. Zudem können Einstellungen für Licht und Temperatur personalisiert werden.

Nachhaltiges Holz und Treibstoffe für die Zukunft

Die zweite Unit nennt sich «Vision Wood» und ist ein von der Empa und der ETH Zürich entwickeltes Studentenwohnheim. Themen der Forschung sind hier die Entwicklung von Dämmstoffen ohne chemische Bindemittel oder der Einsatz wasserabstossender Holzstrukturen – umgesetzt etwa bei einem Lavabo.

Ein weiterer Bereich ist der «Energy Hub»: Diese Energieforschungsplattform soll das Energiemanagement optimieren, indem es sämtliche Komponenten im Gebäude, die Energie erzeugen, speichern, umwandeln oder abgeben, auf intelligente Weise miteinander verbindet. Ausserdem koppelt die Plattform die Energieströme aus dem Gebäudebereich mit einem sogenannten Mobilitätsdemonstrator, der sich ebenfalls auf dem Gelände befindet. Dort wird Energie, die nicht direkt verwendet wird, in nachhaltige Treibstoffe für die Mobilität der Zukunft umgewandelt.

Mehr Wasser, mehr Energie

Neben Energie ist auch Wasser im Haus der Zukunft zentral: «Wasser und Energie sind eng miteinander verbunden. Wasserverbrauch führt automatisch zu Energieverbrauch», sagt Janet Hering, Direktorin der Wasserforschungsinstituts Eawag. Deshalb wird auch zu nachhaltigerem Wasserkonsum geforscht: So wird beispielsweise Wasser, das zum Duschen verwendet wird, wieder aufbereitet, um damit die Pflanzen zu giessen.

Von der Innovationsplattform erhoffen sich die Forscher der Empa viel. Wer sich in Dübendorf einrichte, habe gute Chancen, innert fünf bis sechs Jahren ein neues Produkt zur Marktreife zu bringen, sagte Peter Richner, Vizedirektor der Empa, zum «Tages-Anzeiger». Ansonsten daure dieser Prozess zehn Jahre und länger.

Deine Meinung