06.09.2019 07:56

VerschollenForscher vermissen 800 kg schwere Messstation

Ein fast tonnenschweres Messgerät deutscher Forscher ist vom Meeresgrund verschwunden. Was passiert ist, ist völlig unklar.

von
Fee Riebeling
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Wenn Wissenschaftler unter Wasser nach Gegenständen fahnden, sind das für gewöhnlich Wracks. So wie zuletzt auch bei Forschern der University of Southampton, die südöstlich von Stockholm auf eines stiessen, das so gut erhalten war wie sonst keines aus dem 16. Jahrhundert, der Zeit, Christopher Kolumbus' und Magellans.

Wenn Wissenschaftler unter Wasser nach Gegenständen fahnden, sind das für gewöhnlich Wracks. So wie zuletzt auch bei Forschern der University of Southampton, die südöstlich von Stockholm auf eines stiessen, das so gut erhalten war wie sonst keines aus dem 16. Jahrhundert, der Zeit, Christopher Kolumbus' und Magellans.

Deep Sea Productions/MMT
Anders Forscher des Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Sie suchen etwas, was ihnen unter mysteriösen Umständen abhandengekommen ist.

Anders Forscher des Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Sie suchen etwas, was ihnen unter mysteriösen Umständen abhandengekommen ist.

Jan Steffen GEOMAR CC BY 4.0
Verloren haben sie es in der Eckernförder Bucht.

Verloren haben sie es in der Eckernförder Bucht.

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Es klingt absolut unmöglich, ist aber tatsächlich passiert: Forscher des Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel beklagen den Verlust eines rund 800 Kilogramm schweren Observatoriums für Umweltmessungen. Dieses hatte sich seit 2016 bis zu seinem mysteriösen Verschwinden am Grund der Eckernförder Bucht in der Ostsee befunden.

Als am 21. August um 8.15 Uhr die Datenübertragung gestoppt habe, hätten er und seine Kollegen zunächst an einen Übertragungsfehler gedacht, so Hermann Bange, Koordinator der Unterwassermessstation gemäss Mitteilung. Doch dann zeigte sich: «Die Geräte waren weg.»

Die Taucher hätten an der Position der Messstation statt der zwei 550 und 220 Kilogramm schweren Gestelle nur noch ein abgerissenes und völlig zerfaserte Landkabel gefunden (siehe Bildstrecke).

Keinerlei Anhaltspunkte über den Verbleib

Die Frage, was da unten in 22 Metern Tiefe passiert sein könnte, stellt die Forscher vor ein Rätsel. Da die Gestelle mit 520 und 220 Kilogramm sehr schwer und die Kabelverbindungen äusserst massiv seien, könnten Stürme, Strömungen oder Meerestiere als Täter ausgeschlossen werden.

«Wir können uns nicht vorstellen, dass Diebe gezielt das Observatorium gefunden und mit schwerem Gerät entwendet haben», zitiert die Deutsche Presse-Agentur einen Sprecher des Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel.

Auch der Umstand, dass sich die Anlage in einem Sperrgebiet für Sportboote und Berufsschifffahrt befand, in dem auch keine Fischerboote fahren dürfen, und der genaue Standort geheim war, widersprechen der Theorie, Diebe könnten am Werk gewesen sein.

Immenser Wert

Bange und seine Kollegen hoffen nun auf Hinweise aus der Öffentlichkeit: «Vielleicht hat ja jemand am Morgen des 21. August in Höhe des Campingplatzes Hökholz etwas beobachtet. Oder jemand findet Teile der Gestelle irgendwo am Strand.» Auch die Kriminalpolizei ist eingeschaltet.

Die Messstation hat einen Wert von umgerechnet rund 325'000 Franken. «Geradezu unbezahlbar sind aber die Daten, die wir damit erheben.» Sie würden der Forschung dienen, Veränderungen in der Ostsee zu registrieren und eventuell Gegenmassnahmen zu ergreifen.

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