Wien – Forscher versuchte Tochter (1) das Genick zu brechen

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WienForscher versuchte Tochter (1) das Genick zu brechen

Weil angeblich Männer mit schwarzen Sonnenbrillen seit Jahren nach dem Leben seiner Tochter trachten würden, versuchte ein 40-Jähriger, ihnen zuvorzukommen. Nun steht er wegen versuchten Mordes vor Gericht.

von
Benedikt Hollenstein
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Im Dezember 2020 versuchte der 40-Jährige, seiner 20 Monate alten Tochter das Genick zu brechen.

Im Dezember 2020 versuchte der 40-Jährige, seiner 20 Monate alten Tochter das Genick zu brechen.

AFP/Hans Punz
Gemäss eigenen Angaben wurde der Mann seit Jahren von Männern mit schwarzen Sonnenbrillen verfolgt. Hier im Bild Agenten des Secret Service, die für den Schutz des US-Präsidenten verantwortlich sind.

Gemäss eigenen Angaben wurde der Mann seit Jahren von Männern mit schwarzen Sonnenbrillen verfolgt. Hier im Bild Agenten des Secret Service, die für den Schutz des US-Präsidenten verantwortlich sind.

Wikipedia/Creative Commons
Der Angeklagte vermutete, dass die mysteriösen Männer Agenten sind, die an sein Geld, seine Forschungsergebnisse und sein Auto wollen. Auch fürchtete er, dass sie seine Tochter foltern und töten würden.

Der Angeklagte vermutete, dass die mysteriösen Männer Agenten sind, die an sein Geld, seine Forschungsergebnisse und sein Auto wollen. Auch fürchtete er, dass sie seine Tochter foltern und töten würden.

imago/zuma Press

Darum gehts

  • Im Dezember 2020 versuchte ein in Wien lebender Mikrobiologe, seiner Tochter das Genick zu brechen.

  • Gemäss eigenen Aussagen wird der 40-Jährige seit mehreren Jahren von Männern mit schwarzen Sonnenbrillen verfolgt, die seine Forschungsdaten, sein Geld und sein Auto klauen wollen würden.

  • Der Japaner war überzeugt, dass die Männer Agenten seien und seine Tochter in naher Zukunft foltern und töten würden.

  • Nun steht er in Wien wegen versuchten Mordes vor Gericht.

Am 10.12.2020 wurde die Ehefrau eines 40-jährigen Mikrobiologen von Schreien ihrer 20 Monate alten Tochter geweckt. Als sie ins Kinderzimmer eilte, erblickte sie ihren Ehemann, der die Tochter in beiden Händen hielt. Er schlug ihr ins Gesicht, hielt ihr Mund und Nase zu und bog ihren Hals nach hinten. Sofort schrie sie ihren Ehemann an, die Tochter loszulassen, und alarmierte die Polizei.

Der Ehemann, der erschrocken von Kleinkind abgelassen hatte, verschwand wortlos aus der gemeinsamen Wohnung. Als der 40-Jährige wenig später festgenommen wurde, erkundigte er sich bei den Beamten bloss, ob seine Tochter noch die Beine bewegen könne.

Agenten mit schwarzen Sonnenbrillen

Das Polizeiverhör beförderte hingegen wichtige Details ans Tageslicht. «Männer mit schwarzen Sonnenbrillen verfolgen mich seit Jahren, wollen mir meine Forschungsdaten, mein Geld und mein Auto stehlen», sagt der in Wien lebende Japaner. Der Mikrobiologe war überzeugt, dass diese Männer mit schwarzen Sonnenbrillen Agenten seien und seine Tochter in naher Zukunft foltern und töten würden.

Um den vermeintlichen und wahrscheinlich imaginären Agenten zuvorzukommen, wollte er seiner Tochter durch einen Genickbruch das Leid ersparen. Seit Jahren leide der 40-Jährige unter psychotischen Schüben, eine Behandlung mit Medikamenten hielt er aufgrund seines Glaubens lange Zeit für unmöglich. Mittlerweile gehe es ihm dank medikamentöser Behandlung aber besser.

Nun wurde der Japaner des versuchten Mordes angeklagt, es gilt die Unschuldsvermutung. Seine Verteidigerin hofft beim Prozess, der in Wien stattfindet, auf ein mildes Urteil, da ihr Mandant mit den Behörden und Ärzten kooperiere. Die Staatsanwaltschaft Österreich hat eine Einweisung beantragt.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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