Aus Permafrostboden: Forscher «wiederbeleben» 50’000 Jahre alte Zombie-Viren

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Aus PermafrostbodenForscher «wiederbeleben» 50’000 Jahre alte Zombie-Viren

Auf der Nordhalbkugel werden riesige Flächen heute noch von Permafrost dominiert. In ihnen eingeschlossen Überreste von Tieren und Pflanzen, welche jahrtausendalte Viren und Bakterien in sich tragen.

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Dieses Mammutbaby fanden Forscher im aufgetauten Permafrostboden. 

Dieses Mammutbaby fanden Forscher im aufgetauten Permafrostboden. 

Screenshot Twitter
Permafrostböden findet man vor allem in Alaska oder …

Permafrostböden findet man vor allem in Alaska oder …

AFP
… Sibirien. Hier im Bild das russische Dorf Krasnoyarsk. Doch mittlerweile tauen die Böden auch schon in … 

… Sibirien. Hier im Bild das russische Dorf Krasnoyarsk. Doch mittlerweile tauen die Böden auch schon in … 

IMAGO/SNA

Darum gehts

  • Durch den Klimawandel tauen die Permafröstböden auf.

  • In diesen Böden lagern Tierkadaver aus einer vergangenen Zeit.

  • In diesen können sich Viren über Tausende von Jahren konservieren. 

Permafrost: Hauptsächlich auf der Nordhalbkugel in den Regionen Sibiriens oder Kanadas zu finden. Dort drin lagern zahlreiche jahrtausendaltes Tierkadaver und totes Pflanzenmaterial. In sich tragen sie Viren, die teilweise lange Zeit ohne Schaden überdauern. Einem Team um Jean-Marie Alempic vom Centre national de la recherche scientifique in Marseille gelang es nun, 13 bislang unbekannte Virentypen aus entsprechenden Proben nachzuweisen und wieder zu aktivieren, wie die Arbeitsgruppe in einer noch unveröffentlichten Studie auf dem bioRxiv schreibt.

Eines der Viren, welches die Forscher entdeckt haben, könnte demnach über 50’000 Jahre im Permafrost «überwintert» haben, bevor es im Labor in Zellkulturen erneut virulent wurde, wie Spektrum.de schreibt. Das wäre ein Weltrekord. Dem gleichen Team gelang es zuvor, ein 30’000 Jahre altes Virus wiederzuerwecken. Beim 50’000 Jahre alten Virus handelt es sich um ein Amöben infizierendes Riesenvirus mit dem Namen Pandoravirus yedoma. 

Tausende Viren im Permafrost

Das Virus ist so gross, dass es mit einem normalen Lichtmikroskop zu sehen ist. Es wurde unterhalb eines arktischen Sees in einer Bodenprobe gefunden. Auch weitere Viren in Zellkulturen wurden nach dem Auftauen erneut virulent. Das Team hatte sie unter anderem aus der Wolle von Mammuts und den Eingeweiden eines eingefrorenen Wolfs isoliert. Die Forscher schreiben weiter, dass womöglich noch Tausende solcher Viren im Permafrost stecken. Auch solche, die möglicherweise Menschen infizieren könnten.

Neben Kanada und Sibirien gibt es auch in den Hochebenen- und Gebirgen dieser Welt, wie zum Beispiel in Tibet, solche Permafrostböden. Durch den Klimawandel tauen diese Böden auf, es entstehen teilweise riesige Löcher, weil Methanblasen entweichen oder arktische Seen schrumpfen, weil sie im auftauenden Boden versickern.

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(fos)

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