Wasserknappheit: Forscher ziehen Lehren aus der Trockenheit
Aktualisiert

WasserknappheitForscher ziehen Lehren aus der Trockenheit

Viele Flüsse führen wenig Wasser, mancherorts versiegen sogar Quellen. Forscher untersuchen, wie sich Trockenheit auf die Wasserreserven der Schweiz auswirkt.

von
Martina Huber
Ein Hydrogeologe misst den Wasserstand der oberen Emme. (Foto: Uni Ne)

Ein Hydrogeologe misst den Wasserstand der oberen Emme. (Foto: Uni Ne)

Das Grundwasser liefert Trinkwasser, speist Quellen und Flüsse. Umgekehrt versickern Niederschläge und Flusswasser im Boden und gelangen wieder ins Grundwasser. Wie die verschiedenen Systeme zusammenhängen und wo es bei längeren Trockenperioden zu Engpässen kommen könnte, untersuchen Forscher um Daniel Hunkeler von der Uni Neuenburg im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nachhaltige Wassernutzung». Der Hydrogeologe versteht die aktuelle Trockenperiode als eine Art «Stresstest». Sein Urteil: «Nicht alle Regionen haben ihn bestanden.» Beispielsweise werde in einigen Gemeinden des Jurabogens das Wasser knapp, da sich die Grundwasserspeicher durch die dortigen Höhlensysteme schnell entleeren. Im Vergleich dazu schätzt Hunkeler etwa die Situation im Kanton Bern weniger dramatisch ein: Zwar sei die obere Emme über mehrere Kilometer weitgehend ausgetrocknet. Aber viele Berner Gemeinden bezögen ihr Wasser aus unterschiedlichen Quellen. Wenn also das Wasser in der oberen Emme versiegt, bleibt laut Hunkeler genügend Wasser aus den ergiebigen Grundwasserreserven im Aaretal oder Seeland. Daraus folgert der Professor: «Um uns für die Zukunft zu wappnen, müssen wir die Wasserversorgung regional vernetzen – damit alle Gemeinden mehrere Bezugsquellen haben.» So könne man sich bei Trockenheit gegenseitig aushelfen. Dies wird angesichts des Klimawandels besonders wichtig, denn Trockenperioden dürften sich in Zukunft häufen.

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