Forscherparadies in der Schwerelosigkeit
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Forscherparadies in der Schwerelosigkeit

Das Weltraumlabor «Columbus» ist Europas wichtigster Beitrag zur Internationalen Raumstation ISS. Das umgerechnet 1,4 Milliarden Franken teure Mehrzwecklabor misst 6,9 Meter in der Länge und hat einen Durchmesser von 4,5 Metern.

Viele der geplanten Experimente sind unter Schwerkraftbedingungen auf der Erde nicht machbar. «Columbus» wurde für die europäische Weltraumagentur ESA federführend bei EADS in Bremen in Deutschland gebaut.

Das nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) rund 12,5 Tonnen schwere Labor hat eine geplante Lebenszeit von zehn Jahren.

An Bord von «Columbus» ist Platz für zehn Experimentierschränke, auch wenn zunächst nur vier mitfliegen sollen. Die wichtigsten Einrichtungen:

- Im Biolab sind Versuche mit Zellen, Gewebekulturen, Mikroorganismen, kleinen Pflanzen und wirbellosen Tieren möglich.

- Im European Physiology Module (EPM) werden Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus untersucht.

- Im Fluid Science Lab (FSL) kann das Verhalten von Flüssigkeiten beobachtet werden.

- Ein Mehrzweckschrank bietet Platz für kleinere Nutzlasten und hat Anschlüsse für Daten- und Videoübertragung.

- Zwei «Balkone» mit aussen angebrachten Messinstrumenten dienen zur Sonnenbeobachtung und für biologische Versuche.

Die ersten Experimente im Biolab behandeln unter anderem den Einfluss der Schwerkraft auf Flüssigkeiten, Zellen und Pflanzen. Die Forscher interessieren sich auch für den Zusammenhang zwischen Ernährung, Salz-Haushalt und Herz-Kreislauf-System sowie Veränderungen des Knochenaufbaus und des Immunsystems.

Weiter soll ein künstliches Schwerkraftfeld erzeugt werden, um geophysikalische Vorgänge im Erdinneren wie Veränderungen des Magnetfeldes nachzuvollziehen. (sda)

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