Aktualisiert 06.11.2009 19:14

OpelkriseForster verlässt GM

Nach der überraschenden Absage des Opel-Verkaufs erhält das in Zürich angesiedelte Europageschäft von General Motors (GM) einen neuen Chef. Carl-Peter Forster verlässt den Konzern

Das teilte GM am Freitag mit. Forster werde das Unternehmen bei der Suche nach einem neuen Chef unterstützen. Der von General Motors verlässt den Konzern»: Neu: Offizielle Mitteilung vom GM, Treffen von 55 Jahre alte Manager hatte sich vehement für einen Einstieg des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna bei Opel ausgesprochen und die Absage von GM an den Investor ungewöhnlich scharf kritisiert.

Forster hatte von 2001 bis 2004 an der Spitze von Opel gestanden. Danach war er nach Zürich als Chef von General Motors Europe gewechselt, wozu auch Opel gehört.

Treuhand-Vertreter abberufen

Personelle Veränderungen gibt es auch in der Opel-Treuhand. Die vier deutschen Bundesländer mit Opel-Standorten haben ihren Vertreter, den hessischen FDP-Politiker Dirk Pfeil, aus dem Gremium abberufen und ersetzen ihn durch den nordrhein-westfälischen Wirtschaftsstaatsekretär Jens Baganz (CDU).

Grund seien die öffentlichen Äusserungen Pfeils, die eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit unmöglich machten, heisst es in einem Brief der Ministerpräsidenten an Pfeil. Pfeil hatte mehrfach den Zorn der Politiker auf sich gezogen, weil er den von Bund und Ländern gewünschten Verkauf von Opel an Magna abgelehnt und den von ihm favorisierten Verbleib bei GM gut geheissen hatte.

Die Treuhand verwaltet bis zur Rückzahlung des noch ausstehenden Brückenkredits über 900 Mio. Euro von Bund und Ländern noch 65 Prozent der Opel-Anteile.

Weitere Staatshilfen

Trotz scharfer Kritik kann GM auf Staatshilfe hoffen. GM müsse zunächst den Opel-Hilfskredit von 1,5 Mrd. Euro zurückzahlen, aber damit sei «die Sache natürlich nicht zu Ende», sagte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Die Verantwortung für die Menschen bei Opel und die Regionen rund um die deutschen Standorte könne der Staat nicht für erledigt erklären, sagte Schäuble der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse» (Freitagsausgabe). «Wir werden uns weiter mit den Ländern um Hilfe und Lösungen für die Betroffenen bemühen», erklärte der Minister.

Am Rande des G20-Finanzministertreffens in Schottland sprach Schäuble hat mit seinem US-Kollegen Timothy Geithner auch über Opel. «Minister Schäuble hat das Thema angesprochen», sagte sein Sprecher Michael Offer. Schäuble habe die Betroffenheit deutlich gemacht, die die Kehrtwende von GM ausgelöst habe. Nähere Einzelheiten nannte der Sprecher nicht.

Die deutsche Regierung rechnet für die kommende Woche mit näheren Informationen von GM zum Sanierungsplan für Opel. GM-Chef Fritz Henderson hatte bei der Verkündung des Rückziehers beim Opel-Verkauf am Dienstagabend erklärt, GM werde zur Sanierung der deutschen Tochter 3 Mrd. Euro benötigen und voraussichtlich 10 000 Stellen streichen.

Kampfansage

Die Gewerkschaft IG Metall kündigte eine massive Ausweitung der Proteste der Opel-Belegschaft gegen GM an. «Wir planen europaweit eine wirkungsvolle Gegenwehr und einen Konflikt mit GM», sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild der «Berliner Zeitung». Die Proteste vom Donnerstag seien nur der Anfang gewesen, ein «zarter Beginn».

(sda)

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