Rassimus-Vorwurf: Foto-App hellt die Haut auf – zur «Verschönerung»

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Rassimus-VorwurfFoto-App hellt die Haut auf – zur «Verschönerung»

Mit Faceapp kann man Selfies mit allerlei Effekten aufmotzen. Wegen einer «Verschönerungsfunktion» steht die beliebte App nun unter Beschuss.

von
hau
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Mit der Faceapp können Sie unterschiedliche Filter über Ihre Porträtaufnahmen legen. Die Kamera-App für Android und iOS verwandelt Ihr Konterfei dann auf unterschiedliche Weise. Zum Beispiel mit einer Verjüngungskur ...

Mit der Faceapp können Sie unterschiedliche Filter über Ihre Porträtaufnahmen legen. Die Kamera-App für Android und iOS verwandelt Ihr Konterfei dann auf unterschiedliche Weise. Zum Beispiel mit einer Verjüngungskur ...

Faceapp
... oder mit einem strahlend weissen Lächeln.

... oder mit einem strahlend weissen Lächeln.

Auch eine Geschlechtsumwandlung lässt sich mit der Foto-App bewerkstelligen.

Auch eine Geschlechtsumwandlung lässt sich mit der Foto-App bewerkstelligen.

Wer an seinen Fotos schrauben will, dürfte seine Freude an der brandneuen Foto-App namens Faceapp aus Russland haben. Die kostenlose Anwendung für iOS und Android verändert das eigene Konterfei per Knopfdruck. Dadurch lassen sich Personen auf Porträtaufnahmen wahlweise verjüngen oder älter machen. Auch wo ein Lächeln fehlt, hilft Faceapp nach – und zaubert auf Wunsch ein strahlend weisses Lächeln ins Gesicht.

Aus jung wird alt, aus ernst wird glücklich – klar, dass da die Geschlechtsumwandlung nicht fehlen darf. Neben den zur Auswahl stehenden Filtern «Smile», «Old», «Young» gibt es auch den «Male» beziehungsweise «Female»-Filter. Und ja, die Gesichtsmanipulationen von Faceapp machen tatsächlich Spass (siehe Bildstrecke).

In den Top-Charts angekommen

Der Hype um Faceapp kommt daher nur wenig überraschend: Seit dem Launch im Januar setzte sich die App in den Apple und Google Stores in den Topcharts fest. Im App Store belegt sie zurzeit Platz zwei, noch vor Instagram und Whatsapp.

Allerdings sorgt ein spezifischer Faceapp-Filter für rote Köpfe. Der sogennante «Hot»-Filter verspricht den Nutzern nämlich, sie schöner zu machen. Blöd nur, dass dieses Versprechen auch nach hinten losgehen kann. So geschehen bei Nutzer Shahquelle L. aus den USA, der ein Selfie einer Schönheitsbehandlung unterziehen wollte. Der Afroamerikaner liess sein Foto von Faceapp bearbeiten. Das Ergebnis: Shahquelle war plötzlich weiss – oder zumindest sehr stark gebleicht. In den Augen zahlreicher Nutzer ist der Verschönerungsvorgang damit eindeutig rassistisch.

Rassismusvorwurf

Das Selfie eines asiatischen Mädchens wiederum erhielt durch den «Hot»-Filter einfach ein paar westliche Augen eingepflanzt. Der Shitstorm auf Twitter liess nicht lange auf sich warten.

Faceapp entschuldigte sich offiziell für dieses «Missgeschick», wie Motherboard.com schreibt, und benannte den «Hot»-Filter in «Spark» um. Der tut in der Regel dasselbe wie zuvor, hellt also nach wie vor dunkle Hauttöne auf, behauptet jedoch nicht, dadurch Nutzer schöner zu machen.

In der Bildstrecke sehen Sie einige der Foto-Umwandlungen, die Faceapp ermöglicht.

Weil die Vögel es nicht von den Dächern zwitschern

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