Aktualisiert 21.01.2016 08:01

Wil SG

Foto auf Abstellgleis – SBB verzeigt SVP-Reimann

Für ein Pressebild stand der Wiler SVP-Nationalrat Lukas Reimann auf ein Abstellgleis des Bahnhofs Wil. Nun musste er bei der Polizei antraben.

Das Bild des Anstosses: Lukas Reimann (r.) und Erwin Böhi auf einem Abstellgleis am Bahnhof Wil.

Das Bild des Anstosses: Lukas Reimann (r.) und Erwin Böhi auf einem Abstellgleis am Bahnhof Wil.

Kein Anbieter/Wiler Nachrichten

Für einen Beitrag in den «Wiler Nachrichten» liess sich Reimann zusammen mit SVP-Kantonsrat Erwin Böhi auf den Abstellgleisen des Bahnhofs Wil fotografieren. Im dazugehörigen Interview setzen sie sich für den Wiler Bahnhof ein und äussern sich kritisch über die SBB. Wie FM1 Today berichtet, hat die SBB die beiden SVP-Politiker und den Journalisten der «Wiler Nachrichten» nun verzeigt. Es sei nämlich verboten, sich auf den Gleisen aufzuhalten, auch wenn es Abstellgleise seien.

Reimann, Böhi und der Journalist mussten zur Einvernahme auf den Polizeiposten Wil. Bereits nach zwanzig Minuten seien sie wieder draussen gewesen. «Offenbar ist die Rechtsabteilung der SBB zu gross», sagt Reimann zu dem Fall. Er, die Polizei und auch die SBB hätten doch Besseres zu tun, findet der 33-Jährige. Hinter der Anzeige vermutet er eine Retourkutsche der SBB, weil er diese wiederholt wegen des Fahrplanwechsels und ihrer Tarifpolitik kritisiert hat.

«Betreten der Gleise ist lebensgefährlich»

Auch Journalist Stefan Feuerstein findet die Reaktion der SBB übertrieben: «Wir sind extra auf die Abstellgleise gegangen und waren sehr vorsichtig», sagt er gegenüber FM1 Today. «Es hätte nichts passieren können.»

Bei der SBB sieht man die Sache naturgemäss etwas anders. «Das Betreten und Überschreiten der Gleise ist lebensgefährlich und verboten. Züge legen bei Höchstgeschwindigkeiten pro Sekunde fast 40 Meter zurück. Laien sind deshalb nicht in der Lage, die Situation richtig einzuschätzen», sagt SBB-Sprecher Oli Dischoe gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Darum erstatte man Anzeige, wenn Fälle bekannt werden, ungeachtet dessen, ob eine Person prominent sei oder nicht.

(20 Minuten)

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