Beweis für seine Verspätung: Foto von Unfallstelle auf A1 kostet Lenker 1450 Fr
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Beweis für seine VerspätungFoto von Unfallstelle auf A1 kostet Lenker 1450 Fr

Ein Mann hatte von einem Unfall ein Foto gemacht, während er sein Fahrzeug lenkte. Dafür muss er nun tief in die Tasche greifen.

von
vro
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Ein Autofahrer stand vor dem Kantonsgericht in Freiburg.

Ein Autofahrer stand vor dem Kantonsgericht in Freiburg.

Keystone/Anthony Anex
Er ist zu einer Busse verurteilt worden, weil er während der Fahrt auf der A1 bei Kerzers ein Foto einer Unfallstelle gemacht hatte.

Er ist zu einer Busse verurteilt worden, weil er während der Fahrt auf der A1 bei Kerzers ein Foto einer Unfallstelle gemacht hatte.

Google Street View
Der Mann hatte eine Verabredung mit seiner Freundin in Murten. Als Beweis für seine Verspätung hatte er ein Foto des Unfalls machen wollen.

Der Mann hatte eine Verabredung mit seiner Freundin in Murten. Als Beweis für seine Verspätung hatte er ein Foto des Unfalls machen wollen.

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Die Polizei hat nach einem Unfall auf der Autobahn bei Kerzers einen Autofahrer angehalten, da dieser von der Unfallstelle ein Foto gemacht hatte. Dieses wollte der Beschuldigte laut eigenen Angaben als Beweis für seine Verspätung für seine Freundin machen, da er mit ihr verabredet gewesen sei, schreibt das «Bieler Tagblatt». Wegen grober Verkehrsregelverletzung wurde der Mann zu einer Busse von 300 Franken verurteilt.

Dagegen legte er jedoch Berufung ein. Das Einzelgericht in Murten sprach ihn daraufhin frei. Doch das wiederum trieb die Staatsanwaltschaft dazu, den Fall weiterzuziehen. Das Kantonsgericht hat sich die Umstände des Vorfalls nun genauer angeschaut.

Blick war einige Sekunden aufs Handy gerichtet

Der Lenker hatte erklärt, dass er seinen Blick stets auf die Strasse gerichtet habe, nicht auf das Handy. Das Foto spricht aber eine andere Sprache: Laut dem Gericht wäre es nicht möglich gewesen, ein «akkurat zentriertes Foto vom gewünschten Objekt» zu machen, ohne das Handy anzusehen, schreibt die Zeitung. Das Foto wurde zudem im Querformat aufgenommen.

Zwar kam dem Beschuldigten zugute, dass er den Sachverhalt von Anfang an eingeräumt hatte, trotzdem war sein Blick nach Ansicht des Gerichts einige Sekunden auf das Handy gerichtet. Der Mann wurde deshalb erneut verurteilt. Wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln muss er nun eine Busse von 100 Franken und die Verfahrenskosten von 1350 Franken bezahlen.

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