Offener Brief - Foto von Valentin Landmann in Sexclub sorgt für Eklat
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Offener BriefFoto von Valentin Landmann in Sexclub sorgt für Eklat

50 Zürcher Politikerinnen und Politiker aller Parteien kritisieren einen Bericht in der «Schweizer Illustrierten». Hauptakteur: SVP-Politiker und Milieuanwalt Valentin Landmann.

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Valentin Landmann sorgt mit seinem Bild in einem Bordell für Aufregung.

Valentin Landmann sorgt mit seinem Bild in einem Bordell für Aufregung.

20min/Celia Nogler
Das Prostitutionsverbot bezeichnet der Anwalt als «unwahrscheinliche Brutalität allen Sexarbeiterinnen gegenüber».

Das Prostitutionsverbot bezeichnet der Anwalt als «unwahrscheinliche Brutalität allen Sexarbeiterinnen gegenüber».

Valentin Landmann/SVP

Darum gehts

  • Ein Bericht in der «Schweizer Illustrierten» sorgt im Kantonsrat Zürich für Aufregung.

  • Mittendrin befindet sich der Zürcher SVP-Kantonsrat und Anwalt Valentin Landmann.

  • Er zeigt sich in einem Bordell mit nackten Frauen und sagt: «Die Männer sind glücklich.»

«Volles Haus und glückliche Männer» titelt die «Schweizer Illustrierte» (SI) vom 4. Juni. Es geht um die grosse Öffnung nach dem Lockdown. Im Bild zeigt die Zeitschrift den SVP-Kantonsrat und Anwalt Valentin Landmann, der sich einer barbusigen Prostituierten zuwendet. Zwei weitere nackte Frauen sind von hinten zu sehen. Das Quartett befindet sich im Grossbordell Globe in Schwerzenbach.

Im Text bezeichnet Landmann das Prostitutionsverbot als «unwahrscheinliche Brutalität allen Sexarbeiterinnen gegenüber, ein Verbrechen». Im Kanton Zürich waren die Sex-Etablissements sechs Monate lang Corona-bedingt geschlossen. Die Schliessung habe viele Sexarbeiterinnen in existenzielle Not gebracht, sagt Landmann im Bericht. Am Eröffnungstag seien 200 Männer im Sexclub, schreibt die SI, «alle 50 angestellten Frauen sind beschäftigt». «Es herrscht ein riesiges Nachholbedürfnis. Die Männer sind glücklich», wird der 71-jährige Landmann zitiert.

Keine Plattform für «Profiteure»

Nicht in Jubelstimmung ist Andrea Gisler. «Das ist eine degoutante Inszenierung mit einem Mann inmitten junger Frauen», kommentiert die GLP-Kantonsrätin im «Tages-Anzeiger». Die SI-Ausgabe kursierte am Montagmorgen im Zürcher Kantonsparlament. Gisler und Silvia Rigoni (Grüne) verfassten einen Brieftext, den rund 50 Kantonsratsmitglieder aus allen Parteien unterschrieben haben, auch aus Landmanns SVP.

Das Schreiben richtet sich an den Ringier-Verlag als SI-Herausgeber. Kritisiert wird, dass eine «schummrig-plüschige Idylle im Rotlicht-Milieu geschildert» werde. Die Schliessung der Bordelle habe das Elend der Frauen in der Prostitution nicht verursacht, sondern sichtbar gemacht, schreiben die beiden Frauen. Den «Profiteuren der Prostitution» dürfe man keine mediale Plattform bieten.

Die Unterzeichnenden regen an, dass die SI nächstens eine «realitätsnahe Reportage über die Situation der Frauen in der Prostitution» publiziere. SI-Herausgeberin Ringier nimmt zu den konkreten Vorwürfen keine Stellung und schreibt auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» knapp: «Wir sind uns bewusst, dass es sich hier um ein kontroverses Thema handelt.» In der nächsten SI werde der Brief der Zürcher Kantonsratsmitglieder als Leserbrief abgedruckt.

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(chk)

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