Vergewaltigung und sexuelle Nötigung – Fotograf erst zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt – nun wird er freigesprochen

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Vergewaltigung und sexuelle NötigungFotograf erst zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt – nun wird er freigesprochen

Ein Fotograf wurde im Januar 2021 wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu elf Jahren Haft verurteilt. Nun hat ihn das Freiburger Kantonsgericht freigesprochen.

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Das Freiburger Kantonsgericht hob das erstinstanzliche Urteil gegen einen Fotografen teilweise auf. (Symbolbild)

Das Freiburger Kantonsgericht hob das erstinstanzliche Urteil gegen einen Fotografen teilweise auf. (Symbolbild)

Getty Images/iStockphoto
Der Mann war zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Nun sprach ihn das Gericht vom Vorwurf der sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung frei. (Symbolbild)

Der Mann war zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Nun sprach ihn das Gericht vom Vorwurf der sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung frei. (Symbolbild)

Pixabay
Schuldig gesprochen wurde der Amateurfotograf hingegen der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte. (Symbolbild)

Schuldig gesprochen wurde der Amateurfotograf hingegen der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte. (Symbolbild)

Pixabay 

Darum gehts

  • Weil er seine Models sexuell missbraucht und sie ohne ihr Wissen gefilmt haben soll, wurde ein Fotograf Anfang 2021 zu elf Jahren Haft verurteilt. 

  • Gegen das Urteil legte der 40-Jährige Rekurs ein. 

  • Nun hat ihn das Freiburger Kantonsgericht freigesprochen. Die Klägerinnen seien nicht gezwungen worden, eine Verletzung ihrer sexuellen Integrität zu erdulden, befand das Gericht.

14 Monate hat der 40-jährige Hobbyfotograf bereits im Gefängnis verbracht. Im Januar 2021 war er vom Bezirksgericht Saane zu elf Jahren Haft verurteilt worden – wegen sexuellen Missbrauchs von rund zehn Frauen, darunter zwei Fälle von Vergewaltigung und neun Fälle von sexueller Nötigung. Gegen das Urteil legte der Mann Rekurs ein – und hat nun Recht bekommen: Das Freiburger Kantonsgericht hat ihn nun von den Hauptanklagepunkten freigesprochen, wie 20 Minutes berichtet. 

Aufgrund der Aktenlage – insbesondere der bei den Fotoshootings entstandenen Fotos und Videos, der Korrespondenz zwischen den Protagonisten vor und nach den angezeigten Taten sowie der Aussagen der Beteiligten – sei festzuhalten, «dass keine der Klägerinnen weder physisch noch psychisch gezwungen wurde, eine Verletzung ihrer sexuellen Integrität zu erdulden.»  Das befand das Gericht.

«Kein ausreichender psychischer Druck»

Ebenso schlossen die Richter eine Drohung oder Gewalt gegenüber zehn Klägerinnen aus. Der Umstand, dass die sexuellen Annäherungen im Rahmen von Fotoshootings stattfanden, «war nicht geeignet, einen ausreichenden psychischen Druck auszuüben, der eine Nötigung im Sinne des Gesetzes darstellt», so die Begründung. Das Gericht schloss daher die Straftatbestände der sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung aus.

Der Angeklagte gab vor Gericht an, die sexuellen Handlungen mit den Klägerinnen seien einvernehmlich gewesen. Vorschläge und Andeutungen gemacht habe er womöglich, «aber zu keinem Zeitpunkt habe ich jemanden gezwungen».

Schuldig gesprochen wurde der Amateurfotograf hingegen der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte. Er gab selbst zu, dass er die Klägerinnen zwischen 2014 und 2015 ohne deren Wissen gefilmt hatte. Dafür hat ihn das Gericht zu einer Haftstrafe von 30 Monaten verurteilt, von denen er 15 Monate absitzen muss. Da der Beschuldigte den unbedingten Teil der Strafe schon fast verbüsst hat, ordnete das Gericht seine sofortige Freilassung an.

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Hier findest du Hilfe:

Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

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(sul)

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