Chamoson (VS): Fotograf findet blutige Schädel im Wald
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Chamoson (VS)Fotograf findet blutige Schädel im Wald

Am Wochenende wurden tierische Überreste in der Region Chamoson entdeckt. Beim Kanton rätselt man über deren Herkunft.

von
kat
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Letzten Sonntag hat ein Amateurfotograf, der in der Region Chamoson VS unterwegs war, fünf blutige Tierschädel entdeckt.

Letzten Sonntag hat ein Amateurfotograf, der in der Region Chamoson VS unterwegs war, fünf blutige Tierschädel entdeckt.

Leser-Reporter
Beim kantonalen Jagdamt wird vermutet, dass Jäger die Überreste widerrechtlich dort entsorgt haben könnten.

Beim kantonalen Jagdamt wird vermutet, dass Jäger die Überreste widerrechtlich dort entsorgt haben könnten.

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Letzten Sonntag hat ein Amateurfotograf, der in der Region Chamoson VS unterwegs war, einen starken Geruch wahrgenommen. Immer der Nase nach, entdeckte er schliesslich die blutigen Schädel von fünf verrottenden Tieren. «Nur zwei Meter von der Strasse entfernt, die von Chamoson nach Némiaz führt. Es ist eine schöne Jagd!», kommentiert er die Fotos, die er 20 minutes schickte. Tatsächlich ist die genannte Strasse eine beliebte Abkürzung in der Jagdsaison.

Erst am Dienstagmorgen wurde der Leiter der Jagdabteilung des Kantons Wallis, Peter Scheibler, über den Vorfall informiert. Anhand der Fotos konnte er schliesslich einen der Kadaver als Wildtier identifizieren.

«Die meisten Jäger lassen ihre Beute vom Metzger zerlegen. Nur wenige machen das selbst. Möglicherweise hat einer die Überreste in der Natur entsorgt, um Zeit zu sparen.» Auf den Fotos sehe es jedenfalls so aus, als seien die Tiere gehäutet worden. In der Region habe es in derselben Woche einen ähnlichen Fund gegeben.

Täter wurden vermutlich gewarnt

«Als unser Wildhüter Franck Udry vor Ort ging, war der Fleischabfall verschwunden. Der Täter wurde möglicherweise über die sozialen Netzwerke in Alarmbereitschaft versetzt», sagt Scheibler.

Wildhüter Udry weist darauf hin, dass sich alle Bürger an die Verordnung über Fleischabfälle halten müssen. Sie besagt, dass die Reste in die Sammelstellen zu bringen und zu beseitigen sind. Bevor sie ihre Lizenzen erhalten, werden Jäger diesbezüglich geschult. Bei Zuwiderhandlung riskieren sie eine Geldstrafe.

Der kantonale Veterinär Eric Kirchmeier fügt hinzu, dass eine Person auch strafrechtlich verfolgt werden kann, wenn sie gegen die Tierseuchenverordnung verstösst.

Drei Fälle in zehn Jahren

Da solche Vorfälle sehr selten sind, hat der kantonale Veterinärdienst keine Statistiken über deren Häufigkeit geführt. Beim Jagddienst erinnert man sich an zwei oder drei Fälle in den letzten zehn Jahren.

«Oftmals ist es schwierig, die Tiere zu identifizieren», sagt Kirchmeier. «Wir stehen in engem Kontakt mit der Jagdabteilung, die derzeit versucht, die Person ausfindig zu machen, die die Abfälle hinterlegt hat.»

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