Detailhandel: Fotoverband bangt um Geschäft mit Passbildern
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DetailhandelFotoverband bangt um Geschäft mit Passbildern

Die kantonalen Ämter erstellen heutzutage häufig die Passbilder. Damit nehmen sie den Fotografen die Aufträge weg.

von
fal
Einschnitt in den Fachhandel: Die Einführung biometrischer Pässe hat sich in vielen Kantonen verlagert. (5. September 2014)

Einschnitt in den Fachhandel: Die Einführung biometrischer Pässe hat sich in vielen Kantonen verlagert. (5. September 2014)

Keystone/Gaëtan Bally

Ein folgenreicher Einschnitt für den Fotofachhandel war vor rund zehn Jahren die Einführung biometrischer Pässe. Das Geschäft mit den Passbildern verlagerte sich dadurch in vielen Kantonen weg von den Fotografen und analogen Fotoautomaten hin zu den öffentlichen Passämtern.

Laut dem Fotoverband ImagingSwiss ist dadurch dem Fotofachhandel ein wichtiger Teil des Umsatzes verloren gegangen und auch die Kundenfrequenzen seien rückläufig. Der Staat greife mit dem Erstellen von Passbildern in die freie Wirtschaft ein, kritisiert der Verband. Durch die «Verstaatlichung von Ausweisbildern» seien rund 3000 Arbeitsplätze in der Fotobranche und über 150 Ausbildungsplätze gefährdet.

Unterschiedliche Handhabung

Die Situation präsentiert sich je nach Kanton unterschiedlich. Glimpflich davon gekommen sind bisher Zürcher Fotohändler. Im Gegensatz etwa zum Kanton Bern ist es dort nämlich bis heute möglich, eigene Passbilder bei den Passämtern zu verwenden. Der Zürcher Händler Gian Giordano von FotoPro Ganz spricht denn auch aktuell von einer positiven Entwicklung im Passgeschäft.

Nicht ausgestanden ist das Problem aber andernorts. Markus Säuberli, Geschäftsführer von Foto Video Zumstein, stellt zwar fest, dass in der Bundesstadt der Fachhandel immer noch für alle Länder mit Ausnahme der Schweiz Visum- und Passbilder erstellen dürfe. «Wir verlieren dennoch heute konstant auch Aufträge anderer Länder im Passbereich», so Säuberli. (fal/sda)

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