Ausländerfeindliche Partei: FPÖ verdoppelt Ergebnis
Aktualisiert

Ausländerfeindliche ParteiFPÖ verdoppelt Ergebnis

Im Wien hat der sozialdemokratische Bürgermeister Michael Häupl die absolute Mehrheit verloren, bleibt aber nach der Wahl wohl im Amt. Die FPÖ feiert indes grosse Erfolge in der österreichischen Hauptstadt.

FPÖ-Mann Heinz-Christian Strache bei der Stimmabgabe.

FPÖ-Mann Heinz-Christian Strache bei der Stimmabgabe.

Die ausländerfeindliche rechte FPÖ verdoppelte ihr Ergebnis bei den Wahlen in Wien vom Sonntag fast. Slogans wie «Mehr Mut für unser Wiener Blut» und Islamfeindlichkeit haben gewirkt: Die rechte FPÖ hat sich mit deutlichen Zuwächsen bei der Landtagswahl in Wien als grosser Gewinner gefeiert. Stärkste Partei ist zwar immer noch die bisher alleinregierende sozialdemokratische SPÖ.

Nach Verlust der absoluten Mehrheit muss sich Bürgermeister Michael Häupl (61) in den kommenden Tagen aber auf die Suche nach einem Koalitionspartner machen. Ein Regieren mit der FPÖ lehnt er ab. Da alle Parteien noch am Wahlabend eine Koalition mit den Rechten ausschlossen, gilt eine weiter Amtszeit des seit 1994 regierenden Sozialdemokraten Häupl als so gut wie sicher.

Laut vorläufigem Endergebnis rutschte die SPÖ auf 44,1 Prozent und kommt nur noch auf 48 Mandate in Parlament. Bei der Wahl 2005 hatten die Roten noch 49,1 Prozent geholt - was nach der Zahl der Mandate für die absolute Mehrheit reichte.

Es sei bedauerlicherweise nicht gelungen, die eigenen Wähler zu mobilisieren, sagte Häupl. Er wolle in den kommenden Tagen mit allen Parteien Gespräche führen, ausser mit der FPÖ.

Ausländerfeindliche FPÖ zweitstärkste Kraft

Die Freiheitlichen konnten mit 27,1 Prozent nach ausländer- und islamfeindlichem Wahlkampf unter ihrem Frontmann Heinz-Christian Strache ihr Ergebnis von 2005 (14,8 Prozent) fast verdoppeln und besetzen neu 28 Sitze im Kommunalparlament.

Die Blauen verdrängten die konservative ÖVP vom zweiten Platz und verbuchten als einzige im künftigen Parlament vertretene Partei Zuwächse. Wien habe am Sonntag sein «blaues Wunder» erlebt, sagte Strache nach der Wahl.

Die konservative ÖVP rutschte in Wien um 5,5 Prozentpunkte auf 13,2 Prozent ab (13 Mandate). Die Grünen holten nach einem Minus von 2,4 Prozentpunkten 12,2 Prozent (11 Mandate).

Insgesamt waren 1,14 Millionen Wiener zur Stimmabgabe aufgerufen. Bei strahlendem Sonnenschein lag die Wahlbeteiligung mit rund 55 Prozent vor Auszählung der Briefwahl um 6 Prozentpunkte unter dem Wert von 2005.

(sda)

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